Untersuchungen aus dem Ausland belegen, dass ein grosser Teil der (
Gewalt-) Delikte von verhältnismässig wenig ju-gendlichen Tätern verübt werden. Man geht davon aus, dass vier bis sechs Prozent eines Geburtenjahrgangs für die weit überwiegende Mehrzahl - zirka 40 bis 60 Prozent - der (registrierten) Delikte verantwortlich sind, die dieser Geburtenjahrgang insgesamt begeht. Mehr als die Hälfte der von den Intensivtätern begangenen Straftaten werden von mehreren Tätern gemeinsam begangen, dies selten aber in Grossgruppen. Diese vier bis sechs Prozent Jugenddelinquenten werden auch unter dem Begriff der jugendlichen Intensivtäter diskutiert. Vorausgesetzt wird jeweils eine gewisse Anzahl von Delikten einer bestimmten Schwere innerhalb eines definierten Zeitraumes. Jugendliche Intensivtäter machen also immer wieder, was Jugendliche in aller Regel episodisch tun - aber in aller Regel auch wieder lassen. Forschungsresultate zu jugendlichen Intensivtätern und Jugendbandenkriminalität belegen weiter, dass kriminelle Karrieren bei diesen Tätern weit wahrscheinlicher sind, dass überproportional viele Täter ausländischer Herkunft sind und dass bezüglich Ausbildung, Berufsaussichten, Familienverhältnissen und Drogenkonsum in der Regel problematische Verhältnisse vorliegen.
Das Bundesamt für Polizei (fedpol) hat im 2008 bei den Po-lizeikorps eine Befragung zu den ihnen bekannten jugendlichen Intensivtätern durchgeführt. Auch wenn kein Anspruch auf Wissenschaftlichkeit besteht, ergibt sich durch diese Expertenbefragung doch ein grobes Bild der Lage, die darauf hindeutet, dass auch in der Schweiz nur ein kleiner Teil der jugendlichen Delinquenten als Intensivtäter bezeichnet werden müssen. Auch bezüglich der Aussagen zu den Tätern und zu den Tatausführungen zeigen die Resultate der Befragung ähnliche Ergebnisse wie die Studien aus dem Ausland.