Schweizerische Kriminalprävention - Prévention Suisse de la Criminalité


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Keine zu klein, Model zu sein?

imageAktuell in verschiedenen Presseerzeugnissen ist zu lesen, dass bald der Teeniecontest 2009 stattfinden wird. Eben; Keine oder Keiner zu klein, Model zu sein.
Gesucht werden 13- bis 16-Jährige mit jugendlicher Ausstrahlung (was denn sonst?), Natürlichkeit, positiver Lebenseinstellung, vielseitigen Hobbys, Cleverness und so weiter…, die dann über einige Wahlverfahren zum Mister respektive zur Miss Teenie 2009 gewählt werden können. Der Siegerin und dem Sieger winken (falls die Leistungen in der Schule stimmen…) diverse Auftritte vor und hinter der Bühne (je nach Sponsor…), Fotoshootings im Ausland und einen Einsitz in die Jury beim nächstjährigen Contest.
Das ist ja alles schön und gut. Warum verdient das überhaupt eine Zeile bei der Schweizerischen Kriminalprävention
?

Nun, unabhängig von der persönlichen Meinung der Verfasserin (die man durchaus hier im Blog zwischen den Zeilen lesen darf) ist das Thema der Teeniemodels ein ernstes Thema der Kriminalprävention.

Viele junge Menschen, vor allem junge Frauen und Mädchen, träumen von einer Welt des Glanz und Glamour, von Mode und Berühmt sein, von Reichtum und Hollywood. Die mediale Welt der Erwachsenen mit den vielen Superstar-Shows, den Gratiszeitungen, die zur Hälfte mit Celebrities und Skandalen um diese gefüllt sind oder die x Magazine, die sich fast ausschliesslich um Schönheit und Sexiness drehen, machen den Jungen auch klar, worum es im Leben geht.

Erwachsene mit kriminellen Interessen nützen diese Tatsachen auch. Haben die jungen Menschen Kriterien, seriöse Angebote von gefährlichen Angeboten zu unterscheiden? Wir erinnern an den tragischen Fall der ermordeten Lucie, die mit Model-Versprechungen in ihr Verderben gelockt wurde.
Gebe ich in Google (mit moderatem Filter in den Einstellungen!) den Begriff Teeniemodel ein, werden mir über 50‘000 Links präsentiert. Alles seriöse Anbieter, die Teenies ansprechen? Sie können sich denken, welche Altersgruppe in welchen Lebensbereichen vor allem im Visier der Anbieter stehen. Sicher nicht Teenies mit Träumen von einer Modelkarriere! Sicher viele Seiten aber für den gesetzten oder weniger gesetzten Herrn. Die meisten Seiten „Genre XXX“ zeigen über 16-jährige Frauen, also ausserhalb des gesetzlich geregelten Schutzalters, aber nicht alle.
Ein bisschen weniger offensichtlich, aber immer noch viel zu häufig, findet man auch Teeniemodelseiten mit wirklichen Teens, auch Kindern. Die Kriterien für diese Mädchen und auch Knaben sind nicht „jugendliches Aussehen, Cleverness und vielseitige Hobbys“, sondern eindeutig sexuelle Erregung bei erwachsenen Menschen hervorzurufen.
Posierend wie kleine Pornostars, in Reizwäsche und mit eindeutiger Gestik decken diese Seiten einen Graubereich zwischen eindeutiger Kinderpornografie und so genannter Kindererotika ab. Auch diese Seiten sind in der Schweiz verboten! Kinder in sexuellen Posen, die einzig dem Zweck dienen, Erwachsene sexuell zu erregen, fallen unter den Pornografieartikel (Art. 197 StGB). Die Anbieter dieser Seiten finden Ihre Opfer unter Kindern in Ostländern und aus dem asiatischen Raum, die keinen Schutz haben und für Geld viel machen müssen. Aber auch in der Schweiz finden sich Modelagenturen, die alles andere als seriös sind.

In den so genannten Sozialen Netzwerken wie Netlog oder Myspace präsentieren sich junge Frauen und Mädchen aber auch ganz selbstbestimmt auf eigens für diese Communities hergestellten Fotos in sehr sexy Posen, zuweilen erschreckend freizügig. Es ist nicht an mir und nicht an der Schweizerischen Kriminalprävention, sich sittenwächterisch über die Darstellungsweisen einiger jungen Menschen auszulassen. Es ist aber sehr wohl an uns, die jungen Menschen und vor allem auch ihre Eltern daran zu erinnern, dass auch Menschen mit sehr unguten Interessen über diese Seiten Kontakt zu den Mädchen und Knaben suchen, nicht selten mit Versprechungen auf eine Modelkarriere…!

Das Thema Teeniecontest und Teeniemodelling ist also sehr wohl ein Thema der Kriminalprävention!

Besprechen Sie als Mutter oder Vater von Teenagern mit Ihren Kindern dieses Phänomen und die Gefahren, die damit verbunden sind. Schauen Sie sich die Darstellungen Ihrer Kinder auf dem Internet an und diskutieren Sie die Wirkung der Bilder. Machen Sie Ihren Kindern auch klar, dass die Informationen und Fotos auf dem Internet nicht nur von netten Freunden und Freundinnen gesehen werden können und dass sie „einmal im Netz, immer im Netz“ sind!

Informieren Sie sich über die Gefahren im Internet auf unserer Kampagnenwebseite unter www.stopp-kinderpornografie.ch und wenn Sie denn unbedingt aus Ihrem Kind ein Model machen wollen, melden Sie es bei seriösen Anbietern an, www.teeniecontest.ch scheint einer zu sein.

Finden Sie illegale Seiten auf dem Internet, auch mit „nur“ sexy posierenden Kindern, melden Sie die Seite der Koordinationsstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität unter www.kobik.ch.

Verfasser: Chantal Billaud am 27.05.2009 um 14:30:51 Uhr

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