Schenkkreise, ein illegales und strafbares Schneeballsystem
und ewig lockt…..
Letztens, anlässlich eines Nachtessens bei einer Kollegin, wir waren beim Kaffe angekommen, da sprach’s: „Du Hajo, ich bin da auf eine tolle Sache gestossen“. Fatalerweise sagte ich „Ach ja, was denn?“ „ Eine Freundin hat mich da mit zu einer Veranstaltung genommen, wo jemand CHF 120’000 geschenkt bekam!“ „Wie CHF 120’000 geschenkt bekommen?“ höre ich mich noch sagen. „Ja, weisst Du es gibt so einen Kreis von Menschen, die Tun einander Gutes!“ Bei mir hatte es noch nicht Klick gemacht und das bewusste Wort war ja auch noch nicht gefallen. „Also ich mache da mit, da kann jeder mitmachen.“ “Wieso machen die denn das?“ fragte ich. Und sie erklärte mir in vielen bunten Worten dieses System, welches Sie selbst ja noch nicht so ganz verstand, aber es machte ihr ein gutes Gefühl und wenn ich gesehen hätte die Freude der beschenkten Person, dann würde ich auch mitmachen. Und überhaupt CHF 15’000, um nachher CHF 120’000 zu bekommen, das sei doch wahrlich ein Geschäft.
Ich merkte wie so langsam ein Gefühl vom Bauch Richtung Kopf hoch krabbelte (Das passiert immer, wenn ich dabei bin mein Bauchgefühl zu missachten und der Kopf das alleinige Regiment übernimmt.) Und ich liess sie weiter reden und es plapperte ganz munter aus ihr raus. Dabei wollte sie eigentlich nicht mich, sondern nur sich selbst überzeugen wie toll das ist und dass es vollkommen richtig war die 15Tausend da einzubringen, die sie sich von ihrem Bruder eigens dafür geliehen hatte. Nun ja um die Geschichte abzukürzen, ich habe nicht daran teilgenommen, denn ich merkte dann doch sehr schnell dass da was nicht stimmen konnte. Weil, wenn etwas zu gut klingt um wahr zu sein, dann ist es auch nicht wahr. Denn der grosse Haken an diesem System ist, dass viel zu viele Leute benötigt werden. Bei den Ersten funktioniert das ja noch, aber in der 15. Runde müsste da schon eine halbe Million Menschen mitmachen damit noch jeder ausgezahlt würde. Statistisch gesehen verlieren somit nach Polizei-Angaben rund 87,5 Prozent aller Mitspieler ihren Einsatz.
Nicht zu reden von dem Streit und den zerbrochenen Freundschaften, die dieses System den Menschen beschert. Aber Menschen, die dabei mitmachen, werden von den Veranstaltern derart manipuliert, dass sie Argumenten gar nicht mehr zugänglich sind. Obige Fakten könnten da gar nicht durchdringen.
Tatsache ist, dass derartige Systeme in der Schweiz illegal sind und gegen das Lotteriegesetz verstossen. Wer sich daran beteiligt, kann mit einer Busse bis zu CHF 10’000 oder mit Gefängnis bestraft werden und muss mit einer Beschlagnahmung des Gewinns rechnen. So geschehen am 8.6.05 im Bündnerland, wo 18 Personen verzeigt wurden.
Das Bundesgericht machte jetzt noch mal klar, dass das Gründen eines solchen Geschenkkreises einen Verstoss gegen das Lotteriegesetz darstellt und somit strafbar ist. Nicht strafbar (Der Verlust des Geldes ist ja auch schon eine Strafe) ist das Einzahlen des Geldes.
Also Finger weg von diesen Schenkkreisen, Herzenskreisen oder wie sie auch immer genannt werden.
....die Gier
Ach ja, wie sagte der Teufel noch: „Gier ist meine Lieblingssünde, damit kriege ich sie alle!“
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