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Sicherheit EURO 2008: Letzter Schliff für zwei Spezialisten-Gruppen

Die Schweizer Sicherheitskräfte bereiten sich mit anhaltender Sorgfalt auf die EURO 2008 vor. In dieser Woche erhalten an zwei Orten Spezialisten den letzten Schliff: In Hitzkirch diejenigen, die als Verbindungsbeamte die polizeilichen Szenekenner aus den Teilnehmerstaaten sowie die in der Schweiz spielenden Teams begleiten werden, in Basel jene, die als Deeskalations-Teams in Fanmeilen und Public Viewings zum Einsatz kommen.

Am Kurs in Basel nehmen bis Mittwoch rund 50 Personen teil. Sie stammen mehrheitlich aus der Host City Basel und werden ergänzt durch Vertreterinnen und Vertreter der Stadtpolizei Zürich sowie der Kantonspolizei Luzern. Sie vertiefen während dreier Tage Ihre Fähigkeiten in Sachen Deeskalation. Sie werden dabei von Fachleuten in Kommunikation und in Stressbewältigung geschult. Zudem werden mit Hooliganspezialisten Rituale und Verhaltensweisen der Fussballfans analysiert. In Trainingssequenzen wird unter Einbezug von Polizeitaktikern schliesslich auch der praktische Umgang mit verschiedenen Situationen geübt. Die Teilnehmenden sollen nach dem Kurs noch besser in der Lage sein, in Situationen mit erhöhtem Gewalt- oder Konfliktpotenzial deeskalativ zu wirken, und dieses Know-how an ihre Kolleginnen und Kollegen weiter zu geben.

Die in Basel vertiefte Deeskalation ist eine der drei Handlungsoptionen in der so genannten 3-D-Philosophie, die sich als Richtschnur für Sicherheitseinsätze national und international etabliert hat. Nach dem Dialog stellt sie das zweite D dar, Durchgreifen das dritte.

Auf bewährte Zusammenarbeitsmechanismen vorbereiten
In Hitzkirch arbeiten sich in dieser Woche 70 Personen in ihre Aufgabe ein. Zum einen sind es die Delegationsleiter, welche die Delegationen der polizeilichen Szenekenner aus den Teilnehmerstaaten während des ganzen Turniers begleiten und betreuen werden. Sie haben dafür zu sorgen, dass die Delegationen ihren Einsatz so gestalten können, dass der Informationsgewinn über Fans sowie deren Bewegungen – und damit der Nutzen für die Sicherheitskräfte der Host Citys und der übrigen Polizeikorps – maximal ist.

Daneben bereiten sich in Hitzkirch auch die so genannten Team Security Liaison Officers (TSLO) auf ihren Einsatz vor. Ihre Aufgabe wird es sein, die Nationalteams zu begleiten und betreuen, um sämtliche Sicherheitsbelange mit allen Ansprechpartnern zu regeln. Ihnen stehen als eigentliche «Trouble-Shooter» die Begleiter zur Seite, deren Hauptaufgabe es ist, die Mobilität der Nationalteams sicherzustellen.

Das Vorgehen in diesem Bereich stützt sich auf das von der Schweiz 1990 ratifizierte «Europäische Übereinkommen über Gewalttätigkeiten und Ausschreitungen von Zuschauern bei Sportanlässen, insbesondere bei Fussballspielen». Es orientiert sich zudem am bewährten europäischen «Handbuch mit Empfehlungen für internationale Zusammenarbeit und Massnahmen bei der Vorbeugung und Bekämpfung von Gewalttätigkeiten und Störungen im Zusammenhang mit Fussballspielen von internationaler Dimension».

Ziel des Kurses in Hitzkirch ist es, die Schnittstellen mit den verschiedensten Partnern zu bereinigen und das konkrete Vorgehen abzusprechen, um so die Zusammenarbeit in diesem Bereich optimal vorzubereiten. Es referieren deshalb nicht nur Vertreter der Sicherheitskräfte der öffentlichen Hand (Host-Citys-Korps, fedpol, Grenzwachtkorps), sondern auch solche privater Sicherheitskräfte und der Euro 2008 SA. Letztere sind namentlich in den Stadien, den Mannschaftsquartieren und auf den Trainingsplätzen für die Sicherheit verantwortlich. Ein Ausbildungstag wird im Übrigen einer ausführlichen Erkundung der Hauptschauplätze (Stadien, Fanzonen, Public Viewings etc.) gewidmet.

Für Rückfragen:
Anita Panzer
Mediensprecherin Teilprojekt Sicherheit der Projektorganisation Öffentliche Hand UEFA EURO 2008
079 303 99 82

Linktitel: Nationales Sicherheitskonzept unter
Link: http://www.switzerland.com/files/?id=836

Linktitel: FAQ Sicherheit unter:
Link: http://www.switzerland.com/files/?id=7588


publiziert von: Projektorganisation Öffentl. Hand UEFA EURO 2008 am 14.04.2008 um 15:49:01 Uhr
Host City | Basel | Sachthema | Internationale Kooperation | IKAPOL | Private Sicherheitsdienste | Risiko-Fans | Ausbildung und Übungen | Akteure | Bundesamt für Polizei | Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) | Eidgenössische Zollverwaltung | GWK | Euro 2008 SA | Polizeikorps | Kantonspolizei | Luzern | Stadtpolizei | Zürich | Teilprojekt Sicherheit Öffentliche Hand UEFA EURO 2008 | {if FALSE} (0) Trackbacks {/if} Permalink

Schweizer und baden-württembergische Polizeibeamte üben erstmals gemeinsam zur Vorbereitung auf EM

Luzern - 46 Schweizer Polizeibeamte übten in dieser Woche zusammen mit der Polizei Baden-Württemberg bei der Bereitschaftspolizei in Lahr die Bewältigung polizeilicher Lagen bei der Fußball-Europameisterschaft 2008. Die Idee zu dieser Übung hatte der Aargauer Polizeikommandant Dr. Léon Borer. Landespolizeipräsident Erwin Hetger sagte am Mittwoch, 28. November 2007, in Lahr: „Wir freuen uns, dass wir so unsere Einsatzerfahrungen aus der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 an die Schweizer Kollegen weitergeben und uns damit auch für die gute Unterstützung bedanken können, die wir während der WM 2006 in Baden-Württemberg von der Schweiz erfahren haben.“

Auch wenn die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im polizeilichen Alltag längst Routine sei, könnten Polizeikräfte aus der Schweiz und aus Baden-Württemberg aufgrund der jeweiligen Erfahrungen voneinander lernen. Dabei gehe es nicht darum, etwas besser zu können oder zu wissen, sondern darum, erfolgreich erprobtes Know-how aus erster Hand partnerschaftlich weiterzugeben. Es sei ein Kennzeichen der polizeilichen Zusammenarbeit von Baden-Württemberg und der Schweiz, dass dies nicht nur theoretisch, sondern praxisorientiert erfolge. Kommandant Beat Hensler, Präsident der Konferenz der kantonalen Polizeikommandanten: „Deshalb haben wir gemeinsame Trainings vorgeschlagen. Schließlich haben wir das gleiche Ziel, nämlich die Gewährleistung der Sicherheit der Menschen und der Spiele. Potentielle Gewalttäter müssen wissen, dass sie in der Schweiz auch bei der EURO 2008 keinen Freiraum haben werden. Unsere Polizeikräfte sind auch dafür gewappnet. Dem diente auch dieses Training beider Polizeien in Lahr.“

Mit Blick auf den vorgesehenen Einsatz baden-württembergischer Polizeikräfte in der Schweiz wurde in Lahr auch das gemeinsame Vorgehen Schweizer und baden-württembergischer Einheiten geübt. Hetger und Hensler: „Das ist einmalig und belegt den partnerschaftlichen grenzüberschreitenden Schulterschluss, den wir erzielt haben. Damit tragen wir den Herausforderungen, welche die Bewältigung von größeren Einsätzen bei der EURO 2008 mit sich bringen wird, in besonderer Weise Rechnung.“

Hensler machte deutlich, dass bei der EURO 2008 die Fußballspiele im Mittelpunkt stehen werden und die Polizei, wie bei der WM 2006 in Deutschland, alles tun werde, um den echten Fans schöne Spiele zu ermöglichen. Hetger: „Die Polizei versteht sich als Partner von Fußballbegeisterten. Wir tragen unseren Teil dazu bei, dass diese ein fröhliches und sicheres Fußballfest erleben werden. Dazu werden wir an unserer bewährten Linie des zurückhaltenden Auftretens bei Friedlichkeit und des konsequenten Einschreitens bei Gewalttätigkeiten strikt festhalten.“ Um das sicherzustellen, sei auch in Baden-Württemberg eine rechtzeitige Vorbereitung auf die zu erwartenden Großveranstaltungen wie Fanmeilen, Public-Viewing-Zonen, Autokorsos und Siegesfeiern geboten, die wieder im ganzen Land stattfinden würden.

„Die Polizei Baden-Württemberg wird die Schweiz auf Anforderung personell und materiell unterstützen, aber zugleich auch sicherstellen, dass zur Bewältigung der Einsatzlagen im eigenen Land ausreichende Kräfte zur Verfügung stehen. Natürlich hat die Lage in Baden-Württemberg Priorität“, betonte Hetger. Hensler: „Wir gehen davon aus, dass viele fußballbegeisterte Besucher aus Deutschland, den Nachbarstaaten und den Teilnehmerstaaten an der EURO 2008 in die Schweiz einreisen werden, um unser Euroflair zu genießen, trotz aller Vorbereitungen und Vorsicht aber sicher auch gewaltbereite Fußballrowdies. Daher können wir uns beispielsweise gut vorstellen, dass wir das Konzept von gemischten Streifen aus verschiedenen Nationen, mit dem die baden-württembergischen Kollegen in Stuttgart während der WM 2006 sehr gute Erfahrungen gemacht haben, auch bei uns anwenden. Schließlich hat die Ansprache durch “eigene” Polizeibeamte eine durchaus präventive Wirkung. Und wenn alles nicht hilft, wird die Schweizer Polizei - auch mit Hilfe ihrer deutschen Kollegen - entsprechend durchgreifen.“ Hetger ergänzte: „Selbstverständlich werden wir unseren Schweizer Kollegen alle wichtigen Informationen, die uns vorliegen, zukommen lassen, um Hooligans auch bei der Euro 2008 klar in die Schranken zu weisen. Ob in und um die Stadien in der Schweiz oder bei den zu erwartenden Public-Viewing-Veranstaltungen in Deutschland - es gilt die klare Ansage, dass es für Hooligans wieder die Rote Karte auf allen Plätzen geben wird! Wir werden versuchen, deutschen und durchreisenden ausländischen Hooligans schon die Anreise nach Österreich oder in die Schweiz unmöglich zu machen. Gewaltbereite Hooligans im eigenen Land werden wir während der gesamten Fußball-Europameisterschaft mit Meldeauflagen belegen. Es hat sich bei der WM 2006 gezeigt, dass konsequente präventiv-polizeiliche Maßnahmen wie Gefährderansprachen, Meldeauflagen und Betretungsverbote der richtige Weg sind, um potentiellen Gewalttätern klarzumachen, dass für sie bei Fußballfesten kein Platz ist. Klar sei, dass sehr genau beobachtet werden müsse, wie sich die Hooliganszene auf eben diese für sie negative Erfahrung während der WM 2006 einstellt. Hetger und Hensler: „Die Polizeien der beteiligten Länder werden ihre Einsatzkonzepte daher sehr flexibel ausrichten und fortlaufend auf die neue Situation anpassen.“

Neben dem gegenseitigen Austausch von theoretischen Grundlagen stand daher bei den Trainings in Lahr vor allem das gemeinsame polizeiliche Einschreiten gegen gewaltbereite Fußballfans, also die Identifizierung und beweissichere Festnahme von Gewalttätern und Rädelsführern zum Beispiel in Stadien und bei Public-Viewing-Veranstaltungen ebenso auf dem Programm, wie die Kontrolle von Fan-Gruppen in Bussen und Zügen oder die Trennung von gewaltbereiten Fans.

Die Polizeien Baden-Württemberg und der Schweiz werden, darauf verwiesen Hetger und Hensler, auch ein besonderes Augenmerk auf die Situation in den Grenzregionen richten. Spiele der EURO 2008, Public-Viewing-Veranstaltungen oder EM-Feste hätten einen grenzüberschreitenden Charakter und Einzugsbereich. Dementsprechend müsse sich hier bei der Bewältigung der polizeilichen Lagen die eingespielte alltägliche Zusammenarbeit und der gezielte Informationsaustausch bewähren.

Die geplante Unterstützung
Bei der EURO 2008 sollen geschlossene Einheiten der baden-württembergischen Polizei in der Schweiz eingesetzt werden. Die Schweiz wird nach der Auslosung der Endrunde am 2. Dezember 2007 Bedarf an Unterstützung konkretisieren.

Der deutsch-schweizerische Polizeivertrag, der den grenzüberschreitenden Einsatz von Polizeikräften unter der Leitung des Gebietsstaates vorsieht, wird für die Unterstützung bei der EURO 2008 durch eine bilaterale Vereinbarung ergänzt.

Problemfanpotenzial
Bundesweit muss nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden von rund 10.300 Risikofans ausgegangen werden. In Baden-Württemberg bewertet die Polizei aktuell rund 1.100 Personen als Risikofans. Sobald die Spielpaarungen feststehen, wird die Polizei individuelle Bewertungen erstellen, wie die Hooligansituation, bezogen auf die konkreten Spielpaarungen, einzuschätzen ist und ihre Maßnahmen danach ausrichten.

Herausgeber: Kantonspolizei Luzern


publiziert von: Bundesamt für Polizei am 28.11.2007 um 17:16:00 Uhr
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