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Menschenhandel und Zwangsprostitution

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Bund unterstützt im Hinblick auf EURO 2008 Kampagne gegen Frauenhandel und Zwangsprostitution

Bern - Die Projektorganisation Öffentliche Hand UEFA EURO 2008 (POÖH) hat entschieden, eine Kampagne gegen Frauenhandel und Zwangsprostitution im Rahmen der EURO 2008 finanziell zu unterstützen. Der Entscheid basiert auf einer eingehenden Analyse des Geschehens an der Fussball-WM 2006. Die Anschubfinanzierung von 100’000 Franken für eine öffentliche Präventionskampagne in der Schweiz geht nach Prüfung der eingereichten Konzepte an den Verein “Kampagne Euro 08 gegen Frauenhandel und Zwangsprostitution”.

Ziel der Kampagne ist es, im Rahmen der EURO 2008 eine breite Öffentlichkeit über die Thematik Frauenhandel und Zwangsprostitution zu informieren. Insbesondere sollen Männer für die Missstände sensibilisiert und gegen Frauenhandel und Zwangsprostitution gewonnen werden.

Im Auftrag der POÖH hatte die Koordinationsstelle gegen Menschenhandel und Menschenschmuggel (KSMM) die WM 2006 ausgewertet. Sie kam in ihrem Ende Januar 2007 vorgelegten Bericht zum Schluss, dass an der EURO 2008 nicht mit einem grossen Zuwachs an (Zwangs-)Prostitution gerechnet werden muss, vereinzelte Fälle jedoch möglich sind. Die öffentliche Thematisierung könne dazu beitragen, dass die Zahl der Opfer von Zwangsprostituierten verringert und die Sensibilität für dieses Thema in der Fangemeinde und der Gesellschaft erhöht wird. Die KSMM empfahl daher, neben verstärkten polizeilichen Kontrollen, die Durchführung von Präventionskampagnen der Zivilgesellschaft vor und während der EURO 2008, mit Unterstützung der öffentlichen Hand.

Ausschlaggebend für die nun erfolgte Vergabe der Anschubfinanzierung durch die POÖH waren ein überzeugendes Konzept der Kampagne sowie deren schweizweit abgestützte Trägerschaft, in der viele namhafte Nichtregierungsorganisationen aus diesem Bereich vertreten sind. Die Kampagne wird vom Verein “Kampagne Euro 08 gegen Frauenhandel und Zwangsprostitution” aufgebaut und durchgeführt.

Der Bericht “Zwangsprostitution und Menschenhandel anlässlich der WM 2006 und Empfehlungen für öffentliche Präventionskampagnen vor und während der UEFA EURO 2008 in der Schweiz” ist im Internet abrufbar unter: http://www.fedpol.admin.ch/fedpol/de/home/themen/kriminalitaet/menschenhandel.html

Herausgeber: Projektorganisation Öffentliche Hand UEFA EURO 2008


publiziert von: Administrator am 11.05.2007 um 15:59:00 Uhr
Sachthema | Menschenhandel und Zwangsprostitution | Akteure | Projektorganisation Öffentliche Hand UEFA EURO 2008 | {if FALSE} (0) Trackbacks {/if} Permalink

Doppelstrategie gegen Zwangsprostitution an der UEFA EURO 2008

Bern - Mit einer Doppelstrategie sollen Polizei und Nichtregierungsorganisationen (NGOs) der Zwangsprostitution im Umfeld der UEFA EURO 2008 entgegentre-ten: Die Polizei mit Kontrollen, die NGOs mit Präventions- und Sensibilisierungsarbeit. Dies empfiehlt die Koordinationsstelle gegen Menschenhandel und Menschenschmuggel (KSMM) nach einer Auswertung des Geschehens im Umfeld der Fussball-WM 2006 in Deutschland. Der Bund ist bereit, Kampagnen der NGOs mit einer Anschubfinanzierung von 100’000 Franken zu unterstützen.

Die Auswertung der Erfahrungen, die während der WM in Deutschland gemacht wurden, erstellte die KSMM im Auftrag der Projektorganisation Öffentliche Hand UEFA EURO 2008. Sie zeigt, dass der befürchtete Anstieg des Menschenhandels zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung (Zwangsprostitution) ausblieb. Während im Vorfeld von möglicherweise bis zu 40’000 ausländischen Frauen die Rede war, die während der WM zur Prostitution in Deutschland gezwungen würden, wurden schliesslich 26 Menschenhandelsopfer festgestellt. Lediglich bei fünf dieser Opfer besteht nach offiziellen Erkenntnissen ein direkter Zusammenhang mit der WM. 25 der 26 Opfer waren weiblichen Geschlechts, keines jünger als 18 Jahre.

Auch in der legalen Prostitution konnten Polizei und NGOs keinen Anstieg beobachten - im Gegenteil: An einzelnen Orten sank die Nachfrage, an den meisten Orten blieb der Gesamtumsatz im Sexgewerbe stabil.

Polizeipräsenz und Kampagnen ausschlaggebend
Für das Ausbleiben der befürchteten Zunahme dürften nach Einschätzung der deutschen Stellen und der KSMM verschiedene Faktoren ausschlaggebend gewesen sein:

* Die Polizeipräsenz, die Menschenhändler, Prostituierte und Freier gleichermassen abgeschreckt haben dürfte;

* die Informations- und Aufklärungskampagnen, die dazu geführt haben dürften, dass Freier aus Furcht, einer Zwangsprostituierten zu begegnen, auf Sexdienstleistungen verzichteten;

* nicht zuletzt aber auch die Tatsache, dass WM-Spiele als Gesellschaftsanlass mit Freunden, Freundin, Frau oder der ganzen Familien besucht wurden; potentielle Kunden hatten so kaum Gelegenheit, unbemerkt Sexdienstleistungen in Anspruch zu nehmen.

Die Auswertung des Geschehens in Deutschland lässt insgesamt den Schluss zu, dass hinsichtlich (Zwangs-)Prostitution die zu erwartende Lage an der EURO 08 in der Schweiz nicht zu dramatisieren ist. Nichtsdestotrotz es ist möglich, dass es vereinzelt zu Fällen von Zwangsprostitution kommt. Nach Ansicht der KSMM ist daher die Durchführung von öffentlichen Präventionskampagnen vor und während der EURO 08 in der Schweiz sinnvoll.

Anschubfinanzierung durch Projektorganisation Öffentliche Hand

Die KSMM empfiehlt Kampagnen, die von der Zivilgesellschaft unter Einbezug von Opferschutzorganisationen und in Abstimmung mit der Fussballseite durchgeführt werden. Werden entsprechende Konzepte eingegeben, so wird die Projektorganisation Öffentliche Hand UEFA EURO 2008 mit Unterstützung der Geschäftsstelle der KSMM prüfen, ob eine Anschubfinanzierung aus Gelder des Bundes erfolgen kann. Dafür stehen der Projektorganisation 100’000 Franken zur Verfügung.

Die Planung dieser Präventionskampagnen, aber auch der Massnahmen der Polizei, muss umgehend in Angriff genommen werden, damit Aufgaben und Funktionen der verschiedenen Akteure koordiniert werden können. Werden Fälle von Menschenhandel festgestellt, sei dies vor oder während der EURO 08, so ist eine enge Zusammenarbeit der Strafverfolgungsbehörden, Migrationsämter und in diesem Bereich tätigen NGOs anzustreben - im Sinne der Kooperationsmechanismen, die von der KSMM in einem Leitfaden festgehalten werden, der 2005 gemeinsam mit den Beteiligten erstellt wurde.

Der Bericht «Zwangsprostitution und Menschenhandel anlässlich der WM 2006 und Empfehlungen für öffentliche Präventionskampagnen vor und während der UEFA EURO 2008 in der Schweiz» (vorerst nur in deutscher Sprache) und der Leitfaden «Kooperationsmechanismen gegen Menschenhandel» sind im Internet abrufbar unter: http://www.fedpol.admin.ch/fedpol/de/home/themen/kriminalitaet/menschenhandel.html.

Herausgeber:
Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement
Internet: http://www.ejpd.admin.ch
Eidgenössisches Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport
Internet: http://www.vbs.admin.ch


publiziert von: Administrator am 26.01.2007 um 15:52:00 Uhr
Sachthema | Menschenhandel und Zwangsprostitution | Akteure | Eidgenössisches Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) | Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) | {if FALSE} (0) Trackbacks {/if} Permalink

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