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Ausbildung der Sicherheitskräfte im Hinblick auf die EURO 2008

Bern - Vom 12. bis 16. November findet an der Interkantonalen Polizeischule Hitzkirch (IPH) der erste zentrale Kurs für Sicherheitskräfte im Hinblick auf die EURO 2008 statt. Zwei weitere Kurse in deutscher und einer in französischer Sprache folgen. Die Ausbildung durchlaufen insgesamt über 260 Personen aus dem mittleren und oberen Kader, die an der EURO 2008 eine Führungsfunktion übernehmen. Ihr Ziel: Ein friedliches und freundliches Fussballfest im nächsten Juni.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kurses stammen aus Polizeikorps der ganzen Schweiz, aus der Landespolizei Liechtenstein, dem Bundesamt für Polizei, der Bahnpolizei und dem Grenzwachtkorps, aber auch aus dem Konsortium privater Sicherheitsdienstleister für die EURO 2008, PriSec-E08. Ziel des Kurses unter dem Titel „EURO 2008: Gefahrenabwehr im polizeilichen Umfeld“ ist, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Risiken im Umfeld einer Grossveranstaltung wie der EURO 08 kennen und diese mit den richtigen Einsatzmitteln anzugehen und zu bewältigen wissen. Zu diesem Zweck wird Grundwissen zum Thema „Hooliganismus“ vermittelt, besondere auch Erkenntnisse aus der Fanarbeit. Erste Erfahrungen mit dem nationalen Informationssystem HOOGAN werden erörtert, und die Zusammenarbeit mit privaten Sicherheitsdiensten wird geschult. Polizeibeamte aus Deutschland referieren über ihre Erfahrungen und Erkenntnisse während der WM 2006.

Internationale Zusammenarbeit
Kurskommandant Christoph Vögeli, Leiter der Schweizerischen Zentralstelle Hooliganismus, betonte anlässlich einer Medienkonferenz an der IPH, dass der Minderheit der Störer an der EURO 2008 konsequent die rote Karte gezeigt werde. Erfolgversprechend sei hier nur ein internationaler Ansatz, sagte Vögeli. Deshalb gebe es eine enge Zusammenarbeit mit den für Hooliganismus zuständigen Dienststellen in Europa – den Nationalen Fussballinformationspunkten (NFIP). Deren Ziel sei es, die Reisebewegungen von Hooligans zu kontrollieren und, wo nötig, deren Anreise aus Teilnehmer-, Anrainer- und Transitstaaten in die Schweiz zu verhindern.

Sicherheit und Komfort der Gäste
Martin Jäggi, Teilprojektleiter Sicherheit der Projektorganisation Öffentliche Hand betonte, dass das Ziel aller Massnahmen im Sicherheitsbereich vor und während der EURO 2008 die Sicherheit und der Komfort der Gäste sei. „Wir müssen uns aber auch auf jene vorbereiten, welche das Fest stören wollen. Dazu verstärken und verfeinern wir unsere Strukturen und Abläufe gezielt. Unter anderem mit anlassbezogener Ausbildung“, sagte Jäggi. In Hitzkirch liege der Fokus deshalb auf den Besonderheiten von Einsätzen bei Sportgrossveranstaltungen. Dabei werde die 3-D-Philosophie vertieft, insbesondere die Ausbildung des 2. D, der Deeskalation. Wichtig sei, dass diese Ausbildung gemeinsam mit privaten Sicherheitskräften erfolgen könne. Diese seien, vor allem im Hinblick auf die EURO 2008, wichtige Partner.

Der Einsatz privater Sicherheitsdienste zu Gunsten der EURO 2008 soll schweizweit nach einheitlichen Standards erfolgen. Aus diesem Grund hat die Securitas AG zusammen mit der Protectas SA das Konsortium PriSec-E08 gegründet. Urs Alig, Projektleiter PriSec-E08, hielt fest, es sei zentral, dass die privaten Anbieter anlässlich er EURO 2008 partnerschaftlich und eng mit den Kräften der öffentlichen Hand zusammen arbeiten könnten. Deshalb sei er froh, dass es in Hitzkirch diese gemeinsame Ausbildung gebe.

Final Draw wesentlich für Einsatzplanung
Martin Jäggi wagte schliesslich einen Ausblick über den so genannten Final Draw vom 2. Dezember hinaus. Diese Gruppenauslosung werde für die weitere Planung und Umsetzung aller Massnahmen zentrale Entscheide bringen. „Die für die Sicherheit verantwortlichen Gremien werden das Resultat des Final Draw in der Woche vom 3.-7. Dezember analysieren, die nötigen Schlüsse ziehen und diese dem verantwortlichen Gremium der KKJPD, der Arbeitsgruppe Gesamtschweizerische Interkantonale Polizeizusammenarbeit bei besonderen Ereignissen (GIP), zum Entscheid unterbreiten“, erklärte Jäggi. Die AG GIP werde ihre Entscheide am 7. Dezember treffen und anschliessend an einer ausserordentlichen Plenarversammlung die Mitglieder der KKJPD orientieren. „Dann werden weitere Steine in unserem Mosaik gesetzt sein“, sagte Jäggi. Aus taktischen Gründen würden die Polizeikorps jedoch weder nach dem Final Draw noch kurz vor oder während der EURO 2008 über alle Details der Sicherheitsdispositive Auskunft geben.

Interkantonale Polizeischule Hitzkirch
Die Interkantonale Polizeischule IPH in Hitzkirch hat Anfang September ihren Vollbetrieb aufgenommen. Seither werden hier Polizeianwärterinnen und Polizeianwärter der Konkordatspartner der Zentral- und Nordwestschweiz ausgebildet. Daneben wird Weiterbildung angeboten. Die Ausbildungsinhalte des Kurses „EURO 2008: Gefahrenabwehr im polizeilichen Umfeld“, der vom Schweizerischen Polizeiinstitut in Neuenburg organisiert wurde, können auf http://www.institut-police.ch/d/cours.asp?idcours=1717 eingesehen werden.

Herausgeber: Eidgenössisches Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport


publiziert von: Bundesamt für Polizei am 14.11.2007 um 15:48:00 Uhr
Sachthema | Risiko-Fans | Ausbildung und Übungen | Akteure | Eidgenössisches Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) | {if FALSE} (0) Trackbacks {/if} Permalink

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