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Risiko-Fans

Tagesüberblick Sicherheit EURO 2008

Tagesüberblick Sicherheit EURO 2008, Freitag 13. Juni 2008 (miz)

EURO-BULLETINS ZÜRICH: Kurz vor 01.30 Uhr kam es am Bellevue zwischen einem deutschen Fussballfan und zwei kroatischen Fussballfans zu einer tätlichen Auseinandersetzung. / Kurz vor 03.00 Uhr fiel einer 23-jährigen Schweizerin ihre Baseballmütze in die Limmat. Beim Versuch, die Mütze aus der Limmat zu fischen, stürzte die junge Frau ins Wasser. / Kurz vor der Pause mussten die Sicherheitskräfte einschreiten, weil ein Mann inmitten der zahlreichen Zuschauerinnen und Zuschauer pyrotechnisches Material abgebrannt hatte. Er wurde festgenommen und mit einem Hausverbot belegt. (Quelle: http://www.sicherheiteuro2008.ch)

VERMISSTMELDUNG SANDRO BICKEL: Vermisst wird seit Sonntag, 8. Juni 2008 ab Wohnort in Glattfelden bzw. ab Fanmeile in Zürich Bickel Sandro, 16-jährig. Der Jugendliche begab sich am Sonntagabend (8.6.2008) an die Fanmeile nach Zürich. Kurz nach 23.30 Uhr telefonierte er nochmals mit seiner Mutter in Glattfelden. Seither gilt Sandro Bickel als vermisst. Personen, die Angaben über den Aufenthalt des Vermissten machen können, werden gebeten, sich bei der Kantonspolizei Zürich, Tel. 044 / 247 22 11, oder jedem anderen Polizeiposten zu melden (Quelle: http://www.kapo.zh.ch)

MITTEILUNG AN DIE REDAKTIONEN: Zur Halbzeit der Spiele in der Schweiz ist die Gesamtprojektkoordination Bund UEFA EURO 2008 mit
dem bisherigen Verlauf im organisatorischen Bereich zufrieden. (Quelle: http://www.switzerland.com)

ABBRENNEN VON FEUERWERK VERBOTEN: Die Stadtpolizei Zürich macht darauf aufmerksam, dass es aus Sicherheitsgründen verboten ist, privates Feuerwerk abzubrennen. In den vergangenen Tagen hat die Stadtpolizei Zürich vereinzelt festgestellt, dass in der Fanzone im Rahmen der EURO 08 Feuerwerk abgebrannt wurde. Die Stadtpolizei fordert daher alle Besucherinnen und Besucher auf, das Abbrennen von bengalischen Fackeln sowie jeglichen weiteren Feuerwerkskörpern zu unterlassen. Personen, welche sich nicht an das Verbot halten, werden entsprechend verzeigt und mit einem Hausverbot belegt. (Quelle: http://www.sicherheiteuro2008.ch)

RECHTZEITIG ZUM EURO-SPIEL SCHWEIZ - PORTUGAL ANREISEN: Die Polizeien der beiden Basel bitten sowohl die Matchbesucher/innen wie auch die Besucherinnen und Besucher der diversen Public-Viewing-Zonen, wie schon bei den ersten Gruppenspielen rechtzeitig und wenn immer möglich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen. Die Stadionöffnung erfolgt um 17.15 Uhr. Die Polizei rechnet insbesondere auf der Autobahn A2 zwischen der Verzweigung Augst BL und Basel mit erhöhtem Verkehrsaufkommen und möglicherweise mit Stau. Für die Planung und Durchführung des Verkehrskonzeptes im Raum Nordwestschweiz im Rahmen der EURO 08 ist die Polizei Basel-Landschaft verantwortlich. (Quelle: http://www.sicherheiteuro2008.ch)


publiziert von: MIZ Sicherheit am 13.06.2008 um 15:54:00 Uhr
Sachthema | Diverses | Fanarbeit | Risiko-Fans | Permalink

Tagesüberblick Sicherheit EURO 2008

Tagesüberblick Sicherheit EURO 2008, Dienstag 03. Juni 2008 (miz)

DER SCHWEIZER ZOLL HEISST ALLE FUSSBALLBEGEISTERTEN BESUCHER HERZLICH WILLKOMMEN: Gewerblicher Warenverkehr - Grundsätzlich gibt es für Warenbeförderungen in Zusammenhang mit der UEFA EURO 2008 keine speziellen Ausnahmeverfahren. D.h. die Zollabfertigung erfolgt mit der bestehenden Infrastruktur und nach den geltenden eingespielten Verfahren. Trotz mehr Ein- und Ausfuhrabfertigungen während der UEFA EURO 2008 bemühen sich die Zollbehörden für eine schnelle Abfertigung. Fragen an den Zoll: Allgemeines EURO 2008: +41 (0)31 322 67 04; Zoll und Fahrzeuge: +41 (0)31 322 59 88. (Quelle: http://www.ezv.admin.ch)

ERSTE VIDEOKONFERENZ SICHERHEIT DURCHGEFÜHRT: Der Informationsaustausch zwischen den beiden Austragungsländern Schweiz und Österreich ist ein zentrales Element der Sicherheit zu Gunsten der EURO 2008. Zum einen wird die Lage über die Elektronische Lagedarstellung (ELD) ausgetauscht. Daneben ist aber auch der regelmässige, persönliche Austausch auf Ebene der Projektverantwortlichen für die Sicherheit wichtig. Zu diesem Zweck findet täglich eine Videokonferenz zwischen den beiden Projektleitern Sicherheit EURO 2008 in der Schweiz, Martin Jäggi, und in Österreich, Günther Marek, statt. Heute wurde diese Videokonferenz zwischen den beiden Sicherheitskoordinatoren erstmals durchgeführt (Quelle: http://www.sicherheiteuro2008.ch)

ÜBUNG FANZONE GENF: Heute Morgen haben die Genfer Polizeikräfte ihre Vorbereitungen im Hinblick auf die EURO 2008 mit einer letzten Übung abgeschlossen. Den letzten Schliff für das bevorstehende Turnier holten sich die Polizeikräfte anlässlich einer Übung auf dem öffentlichen Platz der Fanzone von Plainpalais und dem Fan-Dorf von Bout-du-Monde. Die Polizeikräfte konnten dabei auf 50 Figuranten zurückgreifen, um auf verschiedenste Gefahren zu reagieren. In der Fanzone von Plainpalais, welche eine Kapazität von 45’000 Personen aufweist, haben die Sicherheitskräfte drei Szenarien geübt: Das Entfernen einer unruhigen Fangruppe oder von Einzelpersonen sowie die Kontrolle einer Risikozone. Der zweite Teil der Übung wurde im Fan-Dorf von Bout-du-Monde durchgeführt. Dort werden mehr als 30’000 feiernde Personen erwartet; mehr als 3’000 Fans werden sich dort möglicherweise einquartieren. An diesem Ort wurden darum besondere Manöver eingeübt, welche auf die Problematik von Camping und von Unterbringungszonen zugeschnitten sind. Lokale, nationale und internationale Medien waren anwesend, um den Übungen beizuwohnen. Das Gelingen der Übung erlaubte es den Genfer Kräften, ihr Können unter Beweis zu stellen. Mit dieser Übung ist nun das letzte der drei Module abgeschlossen. (Quelle: http://www.police.ge.ch)


publiziert von: MIZ Sicherheit am 03.06.2008 um 16:47:00 Uhr
Host City | Genève | Sachthema | Internationale Kooperation | Risiko-Fans | Sicherheit an der Grenze | Ausbildung und Übungen | Akteure | Eidgenössische Zollverwaltung | Polizeikorps | Kantonspolizei | Genf | Permalink

Betrieb von Festhalte- und Warteräumen in Bern

pkb. Die Kantonspolizei Bern wird anlässlich der Fussballeuropameisterschaft EURO 08 zwei so genannte Festhalte- und Warteräume betreiben. Damit wird sichergestellt, dass bei Festnahmen grösserer Personengruppen genügend polizeiliche Warteplätze inklusive der damit zusammenhängenden Infrastruktur und Logistik zur Verfügung stehen.

Mit Blick auf die der Host City Bern zugelosten Mannschaften (Frankreich, Italien, Holland und Rumänien) und deren Fanpotential geht die Kantonspolizei Bern davon aus, dass die EURO 08 der Stadt Bern spannende, gut besuchte Spiele in einer insgesamt friedlichen Atmosphäre bringen wird.

Trotz dieser grundsätzlich positiv ausfallenden Lageeinschätzung wäre es jedoch ein Versäumnis, nicht auch den Fall zu planen, dass die Festnahme von grösseren Personengruppen erforderlich wird. Dies drängt sich nach Ansicht der Kantonspolizei Bern auch mit Blick auf die Erfahrungen während der Fussballweltmeisterschaft 2006 in Deutschland auf. So kam es insbesondere bei Zwischenfällen mit Hooligans in Köln und Stuttgart zu zahlreichen Festnahmen.

Als rechtliche Grundlagen für solche Festnahmen dienen sowohl das kantonale Polizeigesetz als auch das kantonale Strafverfahren. Die beiden Gesetze ergänzen sich bezüglich des Anwendungsbereichs: Während das Polizeigesetz namentlich polizeiliches Einschreiten zur Abwehr von Gefahren ermöglicht, stellt das Strafverfahren die rechtlichen Grundlagen bereit, um bei dringendem Verdacht auf ein strafbares Verhalten zu handeln.

Zur Sicherstellung der angemessenen Betreuung einer sehr grossen Anzahl festgenommener Personen baut die Kantonspolizei Bern die hierfür benötigte Infrastruktur und Logistik jeweils speziell auf. Dies ist auch im Zusammenhang mit der EURO 08 der Fall. Dabei geht es insbesondere um die Bereitstellung von Räumlichkeiten für die Durchsuchung, Unterbringung (Warteräume) und die Befragung der festgenommenen Personen. Um die benötigten Kapazitäten bereitstellen zu können, werden die Warteräume mittels Gittermodulen erstellt, wie sie beispielsweise auch anlässlich der Fussballweltmeisterschaft 2006 in Deutschland zum Einsatz gekommen sind. Einer dieser Festhalte- und Warteräume wird im Ausbildungszentrum Ittigen der Kantonspolizei erstellt. Ein zweiter steht als Reserve in der Polizeihauptwache Neufeld in Bern zur Verfügung.

Die ausreichende sanitarische Betreuung der festgenommenen Personen ist jederzeit gewährleistet. Zudem wurde aufgrund der aussergewöhnlichen Ausgangslage ein besonderes Augenmerk auf eine enge Zusammenarbeit mit den zuständigen Stellen der Justiz und der Fremdenpolizei gerichtet. Beide werden während der EURO 08 bei Bedarf im Festhalte- und Warteraum anwesend sein, so dass nötigenfalls sofort Strafmandate verhängt und / oder ausländerrechtliche Massnahmen ergriffen werden können.


publiziert von: Police Bern am 23.05.2008 um 14:58:00 Uhr
Host City | Bern | Sachthema | Risiko-Fans | Polizeieinsatz | Akteure | Polizeikorps | Kantonspolizei | Bern | Sanitätsdienst | Permalink

Sicherheit EURO 2008: Projektleitung empfiehlt Gefährderansprachen

Das Teilprojekt Sicherheit der Projektorganisation Öffentliche Hand UEFA EURO 2008 empfiehlt den Mitgliedern der Konferenz der Kantonalen Polizeikommandanten der Schweiz (KKPKS), im Hinblick auf die EURO 2008 so genannte Gefährderansprachen durchzuführen. Zu diesem Zweck unterbreitet Teilprojektleiter Martin Jäggi den Kommandanten eine schriftliche Empfehlung mit einem konkreten Vorgehensvorschlag.

Im Vorfeld der Fussballweltmeisterschaft 2006 hat die deutsche Polizei in grossem Umfang so genannte Gefährderansprachen durchgeführt: Potentielle Gefahrenverursacher oder Gewalttäter wurden zu Hause, am Arbeitsplatz oder auf der Polizeiwache angesprochen. Bei dieser Gelegenheit wurden die Personen mit der Tatsache konfrontiert, dass ihnen die Polizei im Zusammenhang mit der WM ein Gewaltdelikt zutraut, dass sie deswegen genau beobachtet würden und dass sie im Falle von Gewaltakten mit Konsequenzen zu rechnen hätten. Die Polizei wie auch die Veranstalter waren und sind sich einig, dass diese Gefährder¬ansprachen erfolgreich, vom Aufwand her verhältnismässig und durchaus notwendig waren.

Aus diesem Grund hat sich auch das Teilprojekt Sicherheit Öffentliche Hand UEFA EURO 2008 mit dem Thema der Gefährderansprache auseinandergesetzt und diese als Erfolg versprechende, präventive Massnahme zur Verhinderung von Gewalt anlässlich der bevorstehenden Fussballeuropameisterschaft eingestuft. Unterstützt wird das Teilprojekt Sicherheit in dieser Ansicht auch vom Dienst für Analyse und Prävention. Dieser gab seinerseits in einem Kreisschreiben vom 12. März 2008 den Mitgliedern der KKPKS eine Empfehlung zur Durchführung von Gefährderansprachen ab, die sich primär auf bestehendes kantonales Polizeirecht stützen können.

Inzwischen konnten Bedenken des Eidgenössischen Datenschutzbeauftragten im Rahmen von Gesprächen zerstreut und eine detaillierte Vorgehensweise festgelegt werden, die das Teilprojekt Sicherheit der KKPKS in ihrem Schreiben nun nahelegt. In Bezug auf einen Grossteil der potentiellen Gewalttäter genügt demnach eine schriftliche “Ansprache”. Bei bestimmten Personen – schätzungsweise zehn bis 15 Prozent der Betroffenen – ist ein Vier-Augen-Gespräch sinnvoll. Hier wird eine schriftliche Einladung auf die zuständige Polizeistelle empfohlen. Leistet der Adressat der Einladung nicht Folge, ergeht eine erneute Einladung zum Gespräch – verbunden mit der Ankündigung, dass bei erneutem Stillschweigen versucht werde, auf anderem Weg in Kontakt zu treten (z.B. mit Besuch zu Hause oder am Arbeitsplatz). Erst wenn auch diese zweite Aufforderung ihre Wirkung verfehlt, wird die Gefährder¬ansprache bei der Person zu Hause oder an deren Arbeitsplatz durchgeführt.

Der Entscheid, ob Gefährderansprachen durchgeführt werden oder nicht, obliegt den jeweiligen Kantonen. Deutschland gedenkt im Vorfeld der EURO 2008 – sozusagen für die Sicherheit in der Schweiz – seinerseits Gefährderansprachen durchzuführen.

Für Rückfragen:

Anita Panzer
Mediensprecherin Teilprojekt Sicherheit der Projektorganisation
Öffentliche Hand UEFA EURO 2008
079 303 99 82

Nationales Sicherheitskonzept unter: http://www.switzerland.com/files/?id=836
FAQ Sicherheit unter: http://www.switzerland.com/files/?id=7588


publiziert von: Bundesamt für Polizei am 12.05.2008 um 11:26:00 Uhr
Sachthema | Fanarbeit | Internationale Kooperation | Risiko-Fans | Polizeieinsatz | Akteure | Bundesamt für Polizei | Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) | Konferenz der kantonalen Polizeikommandanten der Schweiz | Polizeikorps | Kantonspolizei | Projektorganisation Öffentliche Hand UEFA EURO 2008 | Teilprojekt Sicherheit Öffentliche Hand UEFA EURO 2008 | Permalink

Sicherheit EURO 2008: Letzter Schliff für zwei Spezialisten-Gruppen

Die Schweizer Sicherheitskräfte bereiten sich mit anhaltender Sorgfalt auf die EURO 2008 vor. In dieser Woche erhalten an zwei Orten Spezialisten den letzten Schliff: In Hitzkirch diejenigen, die als Verbindungsbeamte die polizeilichen Szenekenner aus den Teilnehmerstaaten sowie die in der Schweiz spielenden Teams begleiten werden, in Basel jene, die als Deeskalations-Teams in Fanmeilen und Public Viewings zum Einsatz kommen.

Am Kurs in Basel nehmen bis Mittwoch rund 50 Personen teil. Sie stammen mehrheitlich aus der Host City Basel und werden ergänzt durch Vertreterinnen und Vertreter der Stadtpolizei Zürich sowie der Kantonspolizei Luzern. Sie vertiefen während dreier Tage Ihre Fähigkeiten in Sachen Deeskalation. Sie werden dabei von Fachleuten in Kommunikation und in Stressbewältigung geschult. Zudem werden mit Hooliganspezialisten Rituale und Verhaltensweisen der Fussballfans analysiert. In Trainingssequenzen wird unter Einbezug von Polizeitaktikern schliesslich auch der praktische Umgang mit verschiedenen Situationen geübt. Die Teilnehmenden sollen nach dem Kurs noch besser in der Lage sein, in Situationen mit erhöhtem Gewalt- oder Konfliktpotenzial deeskalativ zu wirken, und dieses Know-how an ihre Kolleginnen und Kollegen weiter zu geben.

Die in Basel vertiefte Deeskalation ist eine der drei Handlungsoptionen in der so genannten 3-D-Philosophie, die sich als Richtschnur für Sicherheitseinsätze national und international etabliert hat. Nach dem Dialog stellt sie das zweite D dar, Durchgreifen das dritte.

Auf bewährte Zusammenarbeitsmechanismen vorbereiten
In Hitzkirch arbeiten sich in dieser Woche 70 Personen in ihre Aufgabe ein. Zum einen sind es die Delegationsleiter, welche die Delegationen der polizeilichen Szenekenner aus den Teilnehmerstaaten während des ganzen Turniers begleiten und betreuen werden. Sie haben dafür zu sorgen, dass die Delegationen ihren Einsatz so gestalten können, dass der Informationsgewinn über Fans sowie deren Bewegungen – und damit der Nutzen für die Sicherheitskräfte der Host Citys und der übrigen Polizeikorps – maximal ist.

Daneben bereiten sich in Hitzkirch auch die so genannten Team Security Liaison Officers (TSLO) auf ihren Einsatz vor. Ihre Aufgabe wird es sein, die Nationalteams zu begleiten und betreuen, um sämtliche Sicherheitsbelange mit allen Ansprechpartnern zu regeln. Ihnen stehen als eigentliche «Trouble-Shooter» die Begleiter zur Seite, deren Hauptaufgabe es ist, die Mobilität der Nationalteams sicherzustellen.

Das Vorgehen in diesem Bereich stützt sich auf das von der Schweiz 1990 ratifizierte «Europäische Übereinkommen über Gewalttätigkeiten und Ausschreitungen von Zuschauern bei Sportanlässen, insbesondere bei Fussballspielen». Es orientiert sich zudem am bewährten europäischen «Handbuch mit Empfehlungen für internationale Zusammenarbeit und Massnahmen bei der Vorbeugung und Bekämpfung von Gewalttätigkeiten und Störungen im Zusammenhang mit Fussballspielen von internationaler Dimension».

Ziel des Kurses in Hitzkirch ist es, die Schnittstellen mit den verschiedensten Partnern zu bereinigen und das konkrete Vorgehen abzusprechen, um so die Zusammenarbeit in diesem Bereich optimal vorzubereiten. Es referieren deshalb nicht nur Vertreter der Sicherheitskräfte der öffentlichen Hand (Host-Citys-Korps, fedpol, Grenzwachtkorps), sondern auch solche privater Sicherheitskräfte und der Euro 2008 SA. Letztere sind namentlich in den Stadien, den Mannschaftsquartieren und auf den Trainingsplätzen für die Sicherheit verantwortlich. Ein Ausbildungstag wird im Übrigen einer ausführlichen Erkundung der Hauptschauplätze (Stadien, Fanzonen, Public Viewings etc.) gewidmet.

Für Rückfragen:
Anita Panzer
Mediensprecherin Teilprojekt Sicherheit der Projektorganisation Öffentliche Hand UEFA EURO 2008
079 303 99 82

Linktitel: Nationales Sicherheitskonzept unter
Link: http://www.switzerland.com/files/?id=836

Linktitel: FAQ Sicherheit unter:
Link: http://www.switzerland.com/files/?id=7588


publiziert von: Projektorganisation Öffentl. Hand UEFA EURO 2008 am 14.04.2008 um 15:49:01 Uhr
Host City | Basel | Sachthema | Internationale Kooperation | IKAPOL | Private Sicherheitsdienste | Risiko-Fans | Ausbildung und Übungen | Akteure | Bundesamt für Polizei | Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) | Eidgenössische Zollverwaltung | GWK | Euro 2008 SA | Polizeikorps | Kantonspolizei | Luzern | Stadtpolizei | Zürich | Teilprojekt Sicherheit Öffentliche Hand UEFA EURO 2008 | Permalink

Instrumente gegen Gewalt im Sport: Schweizweit konsequente Nutzung

Bern - Die neuen Instrumente im Kampf gegen Gewalt an Sportveranstaltungen werden konsequent angewendet. Seit Inkrafttreten des revidierten Bundesgesetzes über Massnahmen zur Wahrung der inneren Sicherheit (BWIS) vor einem Jahr wurden schweizweit 78 Rayonverbote gegen Personen ausgesprochen, die sich anlässlich einer Sportveranstaltung gewalttätig verhalten haben. Dazu kommen 192 Stadionverbote. Die betreffenden Personen sind im Informationssystem HOOGAN erfasst. Polizei und Veranstalter haben damit die angestrebte Handhabe, um bekannte Gewalttätige von Sportstadien und deren Umgebung fernzuhalten. Eine detaillierte Richtlinie regelt die Verwendung der Daten aus HOOGAN durch die Organisatoren von Sportveranstaltungen.

Seit dem 1. Januar 2007 stehen den Sicherheitskräften der Schweiz im Kampf gegen Gewalt an Sportveranstaltungen vier neue Instrumente zur Verfügung: Rayonverbot, Meldeauflage, ein maximal 24-stündiger Polizeigewahrsam und Ausreisebeschränkung. Personen, gegen die eine dieser Massnahmen verhängt wird, können im elektronischen Informationssystem HOOGAN erfasst werden. Erfasst werden können auch Stadionverbote, welche die Veranstalter als Hausherren gegen Gewalttätige erlassen.

Total sind nach einem Jahr 264 Personen wegen Gewalttätigkeiten erfasst, sechs von ihnen mit zwei Massnahmen. Die grösste Gruppe bildet jene der Personen zwischen 19 und 24 Jahren (134), jedoch sind auch Massnahmen gegen 50 Personen im Alter von unter 19 Jahren verzeichnet. Ausser in einem Fall handelt es sich bei den wegen Gewalttätigkeiten verzeichneten Personen um Männer. Die meisten der Verzeichneten hängen einem Fussballclub der obersten Liga an, es sind aber auch Anhänger von Eishockeyclubs und Fussballclubs unterer Ligen vertreten. Meldeauflagen und Polizeigewahrsam mussten die Kantone bislang nicht verfügen. Ausreisebeschränkungen, die durch fedpol verhängt werden können, gab es ebenfalls noch keine.

HOOGAN im Vollbetrieb
Das Informationssystem HOOGAN wurde schrittweise ausgebaut und ist mittlerweile in den Vollbetrieb gegangen. Es bietet nun alle für den Vollzug des Gesetzes nötigen Funktionen. Alle Kantone, die Grenzbehörden, fedpol und die Schweizerische Zentralstelle Hooliganismus (SZH) nutzen HOOGAN seit Mitte Jahr mit einem Direktzugriff. Die Kantone haben die Anpassungen des kantonalen Rechts vorgenommen, die zum Vollzug des Gesetzes nötig waren.

Den Organisatoren von Sportveranstaltungen werden die Daten seit Anfang Januar 2008 auf deren Anfrage hin für die Dauer einer Sportveranstaltung zur Verfügung gestellt, damit sie die Zuschauerinnen und Zuschauer kontrollieren und gewalttätige Personen nötigenfalls vom Stadion fernhalten können. Der sorgfältige und datenschutzkonforme Umgang sowie die vom Gesetz vorgesehene sofortige Löschung der Daten nach der Veranstaltung werden durch eine detaillierte Richtlinie geregelt. Die «Richtlinie für die Verwendung und Bearbeitung von Daten des Informationssystems HOOGAN durch die Organisatoren von Sportveranstaltungen und deren Sicherheitsverantwortliche» ist im Internet zu finden ( Link).

Alle Partner eingebunden
Ein Fachgremium mit Vertretern aller beteiligten Partner begleitet den Vollzug von BWIS beratend. Dem Gremium unter der Leitung des Chefs des Dienstes für Analyse und Prävention (DAP) bei fedpol gehören neben der SZH die Konferenz der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren (KKJPD), die Konferenz der Kantonalen Polizeikommandanten der Schweiz (KKPKS), die Schweizerische Vereinigung städtischer Polizeichefs (SVSP), der Schweizerische Fussballverband, der Eishockeyverband, Swiss Olympic, Fanarbeit Schweiz sowie das Konsortium Privater Sicherheitsdienstleister für die EURO 2008 (Pri-Sec-E08) an.

Die bundesgesetzliche Grundlage für Rayonverbot, Meldeauflage und Polizeigewahrsam ist bis Ende 2009 befristet. Sie sollen danach jedoch weiter gelten, entweder auf der Basis eines Konkordats aller Kantone oder eines neuen Artikels in der Bundesverfassung. Die KKJPD hat eine Konkordatslösung beschlossen. Wenn die Kantonsparlamente dem Konkordat rechtzeitig zustimmen, können die Massnahmen nach dem 31. Dezember 2009 nahtlos und auf unbefristete Zeit weitergeführt werden.

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Notiz an die Redaktionen: Die Informationshoheit in kantonalen Belangen liegt bei den Strafverfolgungsbehörden der einzelnen Kantone.

Herausgeber: Bundesamt für Polizei


publiziert von: Bundesamt für Polizei am 11.01.2008 um 17:46:00 Uhr
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Ausbildung der Sicherheitskräfte im Hinblick auf die EURO 2008

Bern - Vom 12. bis 16. November findet an der Interkantonalen Polizeischule Hitzkirch (IPH) der erste zentrale Kurs für Sicherheitskräfte im Hinblick auf die EURO 2008 statt. Zwei weitere Kurse in deutscher und einer in französischer Sprache folgen. Die Ausbildung durchlaufen insgesamt über 260 Personen aus dem mittleren und oberen Kader, die an der EURO 2008 eine Führungsfunktion übernehmen. Ihr Ziel: Ein friedliches und freundliches Fussballfest im nächsten Juni.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kurses stammen aus Polizeikorps der ganzen Schweiz, aus der Landespolizei Liechtenstein, dem Bundesamt für Polizei, der Bahnpolizei und dem Grenzwachtkorps, aber auch aus dem Konsortium privater Sicherheitsdienstleister für die EURO 2008, PriSec-E08. Ziel des Kurses unter dem Titel „EURO 2008: Gefahrenabwehr im polizeilichen Umfeld“ ist, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Risiken im Umfeld einer Grossveranstaltung wie der EURO 08 kennen und diese mit den richtigen Einsatzmitteln anzugehen und zu bewältigen wissen. Zu diesem Zweck wird Grundwissen zum Thema „Hooliganismus“ vermittelt, besondere auch Erkenntnisse aus der Fanarbeit. Erste Erfahrungen mit dem nationalen Informationssystem HOOGAN werden erörtert, und die Zusammenarbeit mit privaten Sicherheitsdiensten wird geschult. Polizeibeamte aus Deutschland referieren über ihre Erfahrungen und Erkenntnisse während der WM 2006.

Internationale Zusammenarbeit
Kurskommandant Christoph Vögeli, Leiter der Schweizerischen Zentralstelle Hooliganismus, betonte anlässlich einer Medienkonferenz an der IPH, dass der Minderheit der Störer an der EURO 2008 konsequent die rote Karte gezeigt werde. Erfolgversprechend sei hier nur ein internationaler Ansatz, sagte Vögeli. Deshalb gebe es eine enge Zusammenarbeit mit den für Hooliganismus zuständigen Dienststellen in Europa – den Nationalen Fussballinformationspunkten (NFIP). Deren Ziel sei es, die Reisebewegungen von Hooligans zu kontrollieren und, wo nötig, deren Anreise aus Teilnehmer-, Anrainer- und Transitstaaten in die Schweiz zu verhindern.

Sicherheit und Komfort der Gäste
Martin Jäggi, Teilprojektleiter Sicherheit der Projektorganisation Öffentliche Hand betonte, dass das Ziel aller Massnahmen im Sicherheitsbereich vor und während der EURO 2008 die Sicherheit und der Komfort der Gäste sei. „Wir müssen uns aber auch auf jene vorbereiten, welche das Fest stören wollen. Dazu verstärken und verfeinern wir unsere Strukturen und Abläufe gezielt. Unter anderem mit anlassbezogener Ausbildung“, sagte Jäggi. In Hitzkirch liege der Fokus deshalb auf den Besonderheiten von Einsätzen bei Sportgrossveranstaltungen. Dabei werde die 3-D-Philosophie vertieft, insbesondere die Ausbildung des 2. D, der Deeskalation. Wichtig sei, dass diese Ausbildung gemeinsam mit privaten Sicherheitskräften erfolgen könne. Diese seien, vor allem im Hinblick auf die EURO 2008, wichtige Partner.

Der Einsatz privater Sicherheitsdienste zu Gunsten der EURO 2008 soll schweizweit nach einheitlichen Standards erfolgen. Aus diesem Grund hat die Securitas AG zusammen mit der Protectas SA das Konsortium PriSec-E08 gegründet. Urs Alig, Projektleiter PriSec-E08, hielt fest, es sei zentral, dass die privaten Anbieter anlässlich er EURO 2008 partnerschaftlich und eng mit den Kräften der öffentlichen Hand zusammen arbeiten könnten. Deshalb sei er froh, dass es in Hitzkirch diese gemeinsame Ausbildung gebe.

Final Draw wesentlich für Einsatzplanung
Martin Jäggi wagte schliesslich einen Ausblick über den so genannten Final Draw vom 2. Dezember hinaus. Diese Gruppenauslosung werde für die weitere Planung und Umsetzung aller Massnahmen zentrale Entscheide bringen. „Die für die Sicherheit verantwortlichen Gremien werden das Resultat des Final Draw in der Woche vom 3.-7. Dezember analysieren, die nötigen Schlüsse ziehen und diese dem verantwortlichen Gremium der KKJPD, der Arbeitsgruppe Gesamtschweizerische Interkantonale Polizeizusammenarbeit bei besonderen Ereignissen (GIP), zum Entscheid unterbreiten“, erklärte Jäggi. Die AG GIP werde ihre Entscheide am 7. Dezember treffen und anschliessend an einer ausserordentlichen Plenarversammlung die Mitglieder der KKJPD orientieren. „Dann werden weitere Steine in unserem Mosaik gesetzt sein“, sagte Jäggi. Aus taktischen Gründen würden die Polizeikorps jedoch weder nach dem Final Draw noch kurz vor oder während der EURO 2008 über alle Details der Sicherheitsdispositive Auskunft geben.

Interkantonale Polizeischule Hitzkirch
Die Interkantonale Polizeischule IPH in Hitzkirch hat Anfang September ihren Vollbetrieb aufgenommen. Seither werden hier Polizeianwärterinnen und Polizeianwärter der Konkordatspartner der Zentral- und Nordwestschweiz ausgebildet. Daneben wird Weiterbildung angeboten. Die Ausbildungsinhalte des Kurses „EURO 2008: Gefahrenabwehr im polizeilichen Umfeld“, der vom Schweizerischen Polizeiinstitut in Neuenburg organisiert wurde, können auf http://www.institut-police.ch/d/cours.asp?idcours=1717 eingesehen werden.

Herausgeber: Eidgenössisches Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport


publiziert von: Bundesamt für Polizei am 14.11.2007 um 15:48:00 Uhr
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Jahreskonferenz der Schweizerischen Polizeikommandanten 12./13. September 2007

Luzern - Die Schweizer Polizeikommandanten haben sich an ihrer Jahrestagung erneut einstimmig für einen gemeinsamen interkantonalen Polizeieinsatz zur Bewältigung der EURO 08 ausgesprochen. Jeder Kanton wird so viele Polizeikräfte wie möglich zur Verfügung stellen. Diese werden entsprechend ausgebildet. Dies wurde am vergangenen Donnerstag in Bern an der Jahreskonferenz der Schweizerischen Polizeikommandanten beschlossen. Zudem haben die Polizeikommandanten die Wichtigkeit der SOKO Rebecca und deren Weiterführung bestätigt.

Unter der Leitung ihres Präsidenten, Kdt Beat Hensler, LU, haben die Kommandanten der schweizerischen Polizeikorps der Kantone und der Städte Bern und Zürich im Stade de Suisse in Bern ihre Jahreskonferenz durchgeführt.

Dabei sind neben im Wesentlichen folgende Geschäfte behandelt worden:

Gemeinsamer Einsatz und Ausbildung für die EURO 08
Bezüglich der Euro 08 wurde eine Grundsatzerklärung (Committment) diskutiert und verabschiedet. Die kantonalen Korps sind bereit, für diesen Anlass die eigenen Interessen im Sicherheitsbereich denjenigen der gesamten Schweiz gleichzustellen. Ziel ist die erfolgreiche Bewältigung der EURO 08 durch die Schweizer Polizei. Alle Polizeikorps werden für den beschlossenen interkantonalen Polizeieinsatz so viele Kräfte wie möglich zur Verfügung stellen. Der im deutschen Innenministerium für Sicherheitsbelange an der Fussball WM 2006 zuständige Jürgen Schubert orientierte die Kommandanten über die Erfahrungen aus Deutschland. Diese werden in die Vorbereitungen der Sicherheitsbestrebungen für die Euro 08 miteinbezogen. Es zeigt sich, dass eine zielgerichtete Ausbildung der Polizisten im Bereich der Deeskalation notwendig ist. An der Jahreskonferenz wurde beschlossen, diese zu initiieren. Entsprechend der oben erwähnten Ausbildung im Bereich der Deeskalation entwickeln die Kommandanten BS und BL ein solches Konzept. Inhaltlich wollen die Polizeikommandanten das aus Berlin bekannte Antikonflikt-Konzept prüfen. Gemäss diesem Konzept werden Mitarbeitende speziell für Konfliktsituationen im Rahmen von Sportveranstaltungen geschult.

Zentralstelle Hooliganismus
Die Zentralstelle Hooliganismus, bisher als Projekt bei der Stadtpolizei Zürich geführt, wird gesamtschweizerisch als Institution der KKPKS am bewährten Ort angegliedert. Die Zentralstelle Hooliganismus erfüllt als Koordinationsstelle eine wichtige Funktion im Kampf gegen Gewalt im Sport. Mit dem Entscheid wird sie als feste Institution ausgestaltet. Ein entsprechender Leistungsauftrag zwischen der Konferenz und der Stadtpolizei Zürich wurde beschlossen. Das Geschäft bedarf der Zustimmung der Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren, KKJPD (15./16. November 2007).

Weiterführung der SOKO Rebecca
Aufgrund des aktuellen Falles „Ylenia“ wurde an der Jahrestagung einmal mehr die Wichtigkeit der SOKO REBECCA - Interkantonale kriminalpolizeiliche Arbeitsgruppe für die Fahndung nach vermissten Kindern -. thematisiert. Die Konferenz hat sich einstimmig für eine Weiterführung der SOKO ausgesprochen.

Herausgeber: KKPKS


publiziert von: Bundesamt für Polizei am 18.09.2007 um 17:52:00 Uhr
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Eine dauerhafte Rechtsgrundlage für die Bekämpfung des Hooliganismus schaffen

Bern - Bundesrat verabschiedet Botschaft zur Schaffung eines Verfassungsartikels
Die Massnahmen zur Verhinderung und Bekämpfung von Gewalt an Sportanlässen sollen rechtzeitig auf eine genügende und dauerhafte Rechtsgrundlage gestellt werden. Der Bundesrat hat am Mittwoch die Botschaft für die Schaffung eines Verfassungsartikels verabschiedet. Vorrang hat allerdings die von den Kantonen bevorzugte Konkordatslösung; das heisst, die Bundeslösung würde nur gelten, falls die Kantone keine Konkordatslösung beschliessen.

Mit der Teilrevision vom 24. März 2006 des Bundesgesetzes zur Wahrung der inneren Sicherheit (BWIS) hat das Parlament den Behörden neue Instrumente gegen Gewalt an Sportveranstaltungen zur Verfügung gestellt. Diese Gesetzesrevision ermöglicht es, gewalttätige Störer in einem nationalen Informationssystem (Hoogan) zu erfassen und sie mittels Ausreisebeschränkung, Rayonverbot, einer Meldeauflage und einem maximal 24-stündigen Polizeigewahrsam von Stadien und deren Umfeld fernzuhalten. Während der parlamentarischen Beratungen war allerdings die Verfassungskonformität von drei Massnahmen (Rayonverbot, Meldeauflage und Polizeigewahrsam) umstritten. Das Parlament befristete deshalb diese Massnahmen bis Ende 2009. Gleichzeitig beauftragte es den Bundesrat dafür zu sorgen, dass diese Massnahmen ohne Unterbruch über diesen Zeitpunkt hinaus weitergeführt werden können.

Zwei mögliche Lösungen
Die erforderliche Rechtsgrundlage kann entweder durch eine Ergänzung der Bundesverfassung oder durch den Abschluss eines interkantonalen Konkordats geschaffen werden. Die Konferenz der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren (KKJPD) hat sich im Frühjahr 2007 grundsätzlich für eine Konkordatslösung ausgesprochen. Ein bereinigter Konkordatsentwurf soll bis im November vorliegen; er wird anschliessend von den Kantonen ratifiziert werden müssen. Der Bundesrat hat gleichzeitig eine neue Verfassungsgrundlage vorbereitet. Diese käme als Auffanglösung zum Zug, falls es den Kantonen nicht gelingt, das Konkordat rechtzeitig vor dem 1. Januar 2010 in Kraft zu setzen.

Arbeiten werden weitergeführt
Die vom Eidg. Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) Anfang Jahr in die Vernehmlassung geschickte Vorlage würde dem Bund ausdrücklich die Zuständigkeit erteilen, Vorschriften zu erlassen, um Gewalt bei Sportanlässen zu verhindern und einzudämmen. Die Ergänzung der Verfassungsnorm über den Sport (Art. 68 BV) würde das im BWIS enthaltene Massnahmenpaket auf eine klare und dauerhafte Verfassungsgrundlage stellen. Die Vorlage ist in der Vernehmlassung gut aufgenommen worden. Insgesamt überwog zwar die Meinung, dass die erforderliche Rechtsgrundlage in einem Konkordat zu schaffen sei. Die meisten Vernehmlassungsteilnehmer waren aber gleichzeitig der Ansicht, dass die Arbeiten an der Verfassungslösung weitergeführt werden sollen bis klar ist, ob das Konkordat rechtzeitig in Kraft gesetzt werden kann.

Unabhängig davon, ob die Verfassungs- oder Konkordatslösung zum Zug kommt, muss das BWIS angepasst werden. Der Bundesrat unterbreitet deshalb dem Parlament neben dem Entwurf einer Verfassungsbestimmung auch je einen auf die Verfassungs- und auf die Konkordatslösung abgestimmten Entwurf zur Änderung des BWIS.

Herausgeber: Bundesamt für Justiz


publiziert von: Bundesamt für Polizei am 29.08.2007 um 17:00:00 Uhr
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Zweiter Runder Tisch gegen Gewalt im und um den Sport und für sichere Sportveranstaltungen

Bern - Auf Einladung von Bundesrat Samuel Schmid, Chef des Eidg. Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS), trafen sich heute Vertreter von Swiss Olympic, den Sportverbänden und Ligen sowie Bund und Kantonen in Bern zum zweiten Runden Tisch zur Gewaltbekämpfung im Sport. Dabei wurden die Ergebnisse der im Januar beschlossenen Aktionsfelder diskutiert und verabschiedet. Bundesrat Schmid zog ein positives Fazit der bislang geleisteten Arbeiten.

Er begrüsste insbesondere den Zusammenschluss der verschiedenen Partner und die gemeinsame Erarbeitung des umfangreichen Massnahmenplans, der Prävention und Repression gleichermassen einschliesst und der nun sukzessive umgesetzt werden soll. “Wir sind noch nicht dort, wo wir letztlich hinmüssen”, betonte Bundesrat Samuel Schmid. In diesem Sinne haben die Vertreter der beteiligten Institutionen ihre Ziele für mehr Sicherheit in und um Sportveranstaltungen bekräftigt.

Das heutige Treffen schloss an den letzten Runden Tisch vom 29. Januar 2007 an, an welchem die “Erklärung des Schweizer Sports zur Bekämpfung von Gewalt im und um den Sport” verabschiedet worden war. Diese Erklärung definierte die zu bearbeitenden Bereiche. Daraus hat die Sicherheitskommission von Swiss Olympic unter Beizug von weiteren Experten aus Sport und Sicherheit einen detaillierten Aktionsplan erarbeitet. Einige Massnahmen konnten sofort realisiert werden, die übrigen sollen kurz- bis mittelfristig folgen. Deren Planung und Umsetzung liegen in der Verantwortung der einzelnen Teilnehmerorganisationen. Die nächste periodische Überprüfung der Ergebnisse ist für Anfang Dezember 2007 geplant.

Marc-André Giger, CEO von Swiss Olympic betont: “Sicherheit an Sportveranstaltungen geht uns alle an. Mit dem Schulterschluss in diesem Projekt haben wir allen betroffenen Partner langfristig im Boot.”

Kernelemente
Die Erklärung schuf den Rahmen für die Präventionsarbeit der kommenden Jahre. Auch mit Blick auf die bevorstehende Euro08 sei der daraus resultierte Massnahmenplan ein wichtiger Meilenstein zur erfolgreichen Durchführung der Fussball-Europameisterschaft in unserem Land, sagte Bundesrat Schmid. Im Einzelnen standen folgende Bereiche im Zentrum der heutigen Diskussion:

Umsetzung BWIS I (Bundesgesetz über Massnahmen zur Wahrung der Inneren Sicherheit)
Die praktische Handhabung von BWIS I ist im Sportalltag eingespielt (Rayonverbot, Ausreisesperre, Meldepflicht und Polizeigewahrsam). Die Teilnehmer des heutigen Runden Tisches sind sich einig, dass nach Ablauf der Befristung Ende 2009 die unveränderte Weiterführung des im BWIS verankerten Massnahmenkonzepts mit einer klaren und dauerhaften Rechtsgrundlage gewährleistet werden muss.

Stadionverbot und Sicherheit
Der zurzeit laufende Probebetrieb von HOOGAN (Zentrale Hooligan-Datenbank) stimmt zuversichtlich. Ziel ist es, dass HOOGAN bis Ende Jahr 2007 mit allen Benutzern und Datensätzen in Betrieb ist. Die einheitliche Handhabung der Stadionverbote mit HOOGAN sowie die Sicherheitskonzepte für alle Fussball- und Hockeyclubs der Profiligen müssen weiter konkretisiert und standardisiert werden.

Aus- und Weiterbildung
Erfreut nahmen die Teilnehmer des Runden Tisches zu Kenntnis, dass Ausbildungsmodule zu “Gewalt- und Gewaltprävention” noch vermehrt Bestandteil der Aus- und Weiterbildung von Trainern und J+S-Leitern werden. Die Sportverbände haben Aus- und Weiterbildungskonzepte zur Thematik ,Respekt, Fairness und Prävention” entwickelt. Es braucht aber eine konkrete Verankerung der Thematik ,Gewaltprävention” bei den Verbänden.

Fanarbeit
Im Bereich der Fanarbeit muss auf verschiedenen Interaktionsradien gearbeitet werden - in der sozialpädagogischen, der polizeilichen und in der Verbands-Fanarbeit - um sowohl die organisierten (Vereine/Verbände) wie auch die nicht organisierten Fans zu erreichen. Ein erklärtes Ziel ist der Einbezug der Fans in den Dialog sowie die Mitwirkung von Multiplikatoren auf dem Spielfeld; so sind auch Spieler und Trainer gefordert in der Fanarbeit..

Deanonymisierung und Zutrittskontrollen
Gewalttätige Fans dürfen nicht anonym bleiben. Die Prüfung von biometrischen Gesichtserkennungsanlagen in Stadien ist ein wichtiger Schritt in diesem Bereich. Bei einem erfolgreichen Testlauf soll diese Massnahme umgesetzt werden. Die Deanonymisierung ist eine wichtige Voraussetzung für eine wirkungsvolle Durchsetzung der Stadionsverbote.

Alkoholmissbrauch
In Schweizer Stadien muss dem Alkoholmissbrauch wirksam vorgebeugt werden. Geprüft werden Massnahmen wie die konsequente Wegweisung stark Alkoholisierter, die Schaffung von Alternativen (Preispolitik, Leichtbier), die Verbesserung von Rahmenbedingungen (Jugendschutz, Verkaufs-Personalschulung) sowie bei Hochrisikospielen die temporäre Beschränkung des Alkoholausschanks.

Die Teilnehmer des Runden Tisches von Bund und Kantonen, Swiss Olympic sowie den Sportverbänden und Ligen haben sich dazu verpflichtet ihre Verantwortung wahrzunehmen und die definierten Massnahmen umzusetzen und zu kontrollieren.


publiziert von: Admin am 27.06.2007 um 13:51:01 Uhr
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Runder Tisch zur Bekämpfung von Gewalt im und um den Sport

Magglingen - Auf Einladung von Bundesrat Samuel Schmid, Chef des Eidg. Departementes für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS), haben sich heute Vertreter von Sportverbänden, Bund und Kantonen zu einem «Runden Tisch zur Bekämpfung von Gewalt im und um den Sport» versammelt. Die Teilnehmenden unterzeichneten die gemeinsame «Erklärung des Schweizer Sports zur Bekämpfung von Gewalt im und um den Sport». Sie bildet die Basis für einen Aktions- und Massnahmenplan, der eine rasche und vernetzte Umsetzung von Projekten und Massnahmen aller Partner für eine verstärkte Bekämpfung von Gewalt im Sport gewährleisten soll.

Gewalt im Sport muss rasch und wirksam bekämpft werden, damit die Glaubwürdigkeit des Sports nicht Schaden nimmt. Ohne gezielte Massnahmen droht die Schweiz zum Anziehungspunkt für Hooligans und gewaltbereite Gruppen aus ganz Europa zu werden. Durch die bevorstehenden Sport-Grossanlässe UEFA EURO 2008 sowie Eishockey-WM 2009 erhält das Problem zusätzliche Dringlichkeit.

Die betroffenen Verbände haben zusammen mit Partnern bereits erste Projekte und Massnahmen initiiert. Bis heute fehlte es jedoch an konsequenter Umsetzung, an Vernetzung und Geschlossenheit im Kampf gegen Gewalt im Umfeld des Sports. Diese kann nur mit einem gemeinsamen und zielgerichteten Engagement aller betroffenen Partner erreicht werden.

Die Teilnehmenden des «Runden Tisches zur Bekämpfung von Gewalt im und um den Sport» verabschiedeten als Resultat der heutigen umfassenden Aussprache und Diskussion die gemeinsame «Erklärung des Schweizer Sports zur Bekämpfung von Gewalt im und um den Sport». Diese formuliert den Willen aller Beteiligten für ein gemeinsames, aktives und zielgerichtetes Vorgehen gegen Gewalt im und um den Sport. Mit umfassenden Massnahmen im sicherheitstechnischen, sicherheitspolizeilichen und pädagogisch-präventiven Bereich soll die Bekämpfung von Gewalt rasch und auf allen Ebenen verstärkt werden.

Ein Massnahmen- und Aktionsplan wird sämtliche Projekte und Massnahmen der Unterzeichner festhalten und verbindliche Meilensteine für die Umsetzung definieren. Verfolgt werden repressive und präventive Ansätze, so beispielsweise die Durchsetzung von Stadionverboten oder die Umsetzung des Bundesgesetzes über Massnahmen zur Wahrung der inneren Sicherheit (BWIS I), aber auch die Ausbildung von Sicherheitsbeauftragten, Fanarbeit und die Vermittlung von Informationen in der Traineraus- und -weiterbildung.

Herausgeber:
Eidgenössisches Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport
Internet: http://www.vbs.admin.ch


publiziert von: Administrator am 29.01.2007 um 15:54:00 Uhr
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Gewalt an Sportveranstaltungen: Reglement für das Informationssystem

Bern - Um Gewalttätige von Sportstadien und deren Umgebung fernzuhalten, stehen den Sicherheitskräften der Schweiz im neuen Jahr neue Instrumente zur Verfügung: Rayonverbot, Ausreisebeschränkung, Meldeauflage und ein maximal 24-stündiger Polizeigewahrsam. Personen, gegen die eine dieser Massnahmen verhängt wird, können in einem elektronischen Informationssystem erfasst werden. Dessen Betrieb, insbesondere der Schutz der Daten, wird in einem Bearbeitungsreglement geregelt, welches das Bundesamt für Polizei (fedpol) heute - im Sinne der vollen Transparenz - im Internet publiziert hat.

Das Bearbeitungsreglement regelt die Details der Umsetzung des revidierten Bundesgesetzes über Massnahmen zur Wahrung der inneren Sicherheit (BWIS) und der entsprechenden Verordnung, die vom Bundesrat auf den 1. Januar 2007 in Kraft gesetzt wurden. Es beschreibt das gesamte Verfahren der Datenbearbeitung von der Meldung über die Erfassung und die Nutzung der Daten bis zu deren Löschung, legt die Kontrollmechanismen fest und regelt sämtliche Aspekte des Datenschutzes und der Datensicherheit. Ferner hält das Bearbeitungsreglement fest, welche Pflichten die beteiligten staatlichen Stellen, die Organisatoren von Sportveranstaltungen und deren Sicherheitsdienste zu erfüllen haben. Verantwortliches Bundesorgan und Datenherr ist fedpol. Innerhalb von fedpol wird diese Funktion vom Dienst für Analyse und Prävention (DAP) wahrgenommen.

In einem nächsten Schritt wird der DAP die System-Benutzer des Bundes und der Kantone ausbilden und die Partner bei den Sportveranstaltern instruieren. Das neue Informationssystem startet im ersten Quartal mit einem Pilotbetrieb mit den Kantonen, die als Austragungsorte für EURO-08-Spiele besonders gefordert sind. Die vollständige Einführung mit allen Datensätzen und Benutzern ist auf Ende 2007 vorgesehen. Parallel dazu soll ein Gremium mit Vertretern des Bundes, der Kantone und der involvierten Sportverbände und Klubs ins Leben gerufen werden, das die Einführung des Systems begleitet. Auf diese Weise kann das Informationssystem und dessen Betrieb im Laufe des Jahres 2007 mit allen Beteiligten kontinuierlich optimiert werden, damit es, wie beabsichtigt, noch vor der EURO 08 volle Wirkung entfalten kann.

Das Bearbeitungsreglement zum Informationssystem HOOGAN wird künftig regelmässig aktualisiert. Der Öffentlichkeit wird es im Internet zur Verfügung gestellt

Herausgeber:
Bundesamt für Polizei
Internet: http://www.fedpol.admin.ch/fedpol/de/home.html


publiziert von: Administrator am 29.12.2006 um 15:47:00 Uhr
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