Sicherheits-Audit von Otto Adang im Vorfeld der EURO 2008Magglingen - Mit ihren Sicherheitsvorbereitungen sind die Host Cities im Vorfeld der EURO 2008 auf dem richtigen Weg und auf Kurs. Dies attestiert Otto Adang von der Niederländischen Polizei-Akademie den Schweizer Austragungsorten nach einem Sicherheits-Audit an Fussballspielen in Genf, Basel, Bern und Zürich. Die Richtlinien, wie sie im EU-Handbuch zu Fussballspielen von internationaler Dimension festgehalten sind, seien bereits sehr gut umgesetzt worden, schreibt Adang in seinem Bericht. Der niederländische Verhaltensforscher Otto Adang von der Niederländischen Polizei-Akademie ist unter anderem Koordinator der EU Peer Review Teams über die polizeiliche Zusammenarbeit an internationalen Fussballspielen. Zwischen August und Dezember 2007 hat er mit einem Team hochrangiger internationaler Polizeioffiziere die Sicherheitsvorkehrungen bei Fussballspielen in allen vier Host Cities im Vorfeld der EURO 2008 untersucht und bewertet:
am 22. August 2007 in Genf anlässlich des Spiels Schweiz - Holland
Dabei attestieren die Beobachtungsteams den Sicherheitskräften der Host Cities gute Sicherheitsvorbereitungen und -vorkehrungen. Diverse Einsätze seien besonders gute Beispiele für die Umsetzung der Empfehlungen aus dem EU-Handbuch gewesen, schreibt Adang in seinem Bericht, beispielsweise das Auftreten der Polizeikräfte: freundlich, aber bestimmt sowie besucherorientiert. Auch der Nutzen der polizeilichen Spotters (Szenekenner) und deren Angaben wurden als sehr gut bewertet. Weiter schreibt Adang, die Zusammenarbeit mit den Medien sei zu Gunsten beider Seiten genutzt worden, Polizei und Bevölkerung hätten von den Informationen profitiert. Ausserdem lobte er die Zusammenarbeit mit nichtpolizeilichen Stellen wie z.B. den Fussballklubs selber. Die Relation zwischen polizeilicher Präsenz und tatsächlichem Risiko taxierten Adang und sein Team als verhältnismässig. Als sinnvoll wurde auch die Errichtung eines zentralen ,Football Information Point” zwecks internationalem Austausch von Informationen erachtet. Die Peer Review Teams haben aber auch, gerade im Hinblick auf die bevorstehende EURO 2008, verschiedene Punkte identifiziert, denen die Sicherheitskräfte noch Aufmerksamkeit schenken müssen. Die wichtigsten davon sind:
- die Schulung und Implementierung der so genannten 3-D-Strategie (Dialog - Deeskalation - Durchgreifen): Alle involvierten Sicherheitskräfte müssen das Konzept kennen und die Strategie einheitlich handhaben;
Die Host Cities werden in den nächsten Wochen diese Punkte in ihre Einsatzkonzeptionen und Schulungen einbeziehen. Die Peer Review Teams wurden von der Europäischen Union ins Leben gerufen, um grosse Polizeieinsätze durch internationale hochrangige Polizeioffiziere zu evaluieren - nicht im Nachgang zu einem Einsatz, sondern in Realzeit. Auftraggeber ist dabei immer das für den Einsatz verantwortliche Korps, ein Audit basiert somit auf freiwilliger Basis. Auch der Fokus des Teams wird vom einladenden Korps bestimmt. Das EU-Handbuch über die Internationale Polizeizusammenarbeit in Zusammenhang mit internationalen Fussballspielen bildet die Grundlage aller Aktivitäten der Peer Review Teams, besonders die beiden Teile über die Risiko-Beurteilung sowie über die Polizeitaktik bei Ordnungsdiensteinsätzen an internationalen Fussballspielen.
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