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Unterkulm: Aus Verärgerung über Hupkonzert auf Auto geschossen

Weil er sich von hupenden Autos türkischer Fans belästigt fühlte, schoss ein 56-jähriger Schweizer mit einer Kleinkaliberwaffe auf eines der Autos. Die Insassen blieben unverletzt. Die Kantonspolizei hat den Mann festgenommen. Die türkischen Fans haben den Sieg ihrer Mannschaft gestern bis weit in die Nacht lautstark gefeiert. Dabei blieb es aber friedlich.

Nach Spielende formierten sich im oberen Wynental rasch weit über 200 Autos zu einem Corso, der hupend in Richtung Aarau zog. Um 23:45 Uhr wurde eines der Autos auf der Hauptstrasse in Unterkulm plötzlich von etwas getroffen. Der türkische Lenker schloss daraus, dass er beschossen worden sein musste und alarmierte die Kantonspolizei. Diese fand in der Seitentüre eine Delle im Blech und erfuhr bald, dass Anwohner auch einen Schuss gehört hatten.

Intensive Ermittlungen haben die Kantonspolizei inzwischen auf die Spur eines 56-jährigen Schweizers geführt. Sie hat ihn heute Nachmittag festgenommen. Er hat zugegeben, mit einem Kleinkalibergewehr - einem sogenannten “Flobert” - auf das Auto geschossen zu haben. Zum Motiv sagte der Mann, dass ihn das Hupkonzert gestört habe. Die näheren Umstände des Vorfalles müssen noch abgeklärt werden.

Die türkischen Fans feierten den gestrigen Einzug ihrer Mannschaft ins Halbfinal auch im Aargau lautstark und in grosser Zahl. Unmittelbar nach Spielende versammelten sich auf dem Aargauerplatz in Aarau weit über tausend Personen. Diese zogen folglich auf der Bahnhofstrasse in Richtung Bahnhof und von dort durch die Innenstadt zurück zum Ausgangspunkt.

Wie im Wynental bildeten sich auch in Baden und Wettingen sowie in Wohlen hupende Autocorsos türkischer Fans.

Die Kantonspolizei und die Kommunalpolizeien waren an allen Brennpunkten präsent und sorgten dafür, dass die Grenzen trotz Siegestaumel nicht überschritten wurden. Die polizeilichen Weisungen wurden mehrheitlich befolgt und die Stimmung blieb grundsätzlich friedlich. Nach Mitternacht begannen sich die spontanen Versammlungen aufzulösen. Spätestens gegen 02:00 Uhr kehrte im ganzen Kanton Ruhe ein.

Die Kantonspolizei stellt fest, dass es im Aargau im Zusammenhang mit der EURO bislang zu keinen grösseren Zwischenfällen gekommen ist. Sie dankt der Bevölkerung für ihre Vernunft und hofft, dass auch der Schlussspurt der EURO ungetrübt bleibt. So ruft die Kantonspolizei dazu auf, die Freude nicht überborden zu lassen und weiterhin Mass zu halten.

Die Polizei toleriert Kundgebungen von Fans während einer Stunde nach Ende des Spiels. Danach ist trotz EURO die Nachtruhe einzuhalten.

Autocorsos werden geduldet, solange die Verkehrssicherheit nicht gefährdet wird. Wie auch sonst gilt hier die Regel: “Wer fährt trinkt nicht.”.

Schliesslich bittet die Kantonspolizei auch Anwohner und Unbeteiligte, ein gewisses Mass an Toleranz für die Freude der Fans walten zu lassen und auf Provokationen und unüberlegte Handlungen zu verzichten.


publiziert von: Kantonspolizei Aargau am 21.06.2008 um 14:42:00 Uhr
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