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Zweiter Runder Tisch gegen Gewalt im und um den Sport und für sichere Sportveranstaltungen

Bern - Auf Einladung von Bundesrat Samuel Schmid, Chef des Eidg. Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS), trafen sich heute Vertreter von Swiss Olympic, den Sportverbänden und Ligen sowie Bund und Kantonen in Bern zum zweiten Runden Tisch zur Gewaltbekämpfung im Sport. Dabei wurden die Ergebnisse der im Januar beschlossenen Aktionsfelder diskutiert und verabschiedet. Bundesrat Schmid zog ein positives Fazit der bislang geleisteten Arbeiten.

Er begrüsste insbesondere den Zusammenschluss der verschiedenen Partner und die gemeinsame Erarbeitung des umfangreichen Massnahmenplans, der Prävention und Repression gleichermassen einschliesst und der nun sukzessive umgesetzt werden soll. “Wir sind noch nicht dort, wo wir letztlich hinmüssen”, betonte Bundesrat Samuel Schmid. In diesem Sinne haben die Vertreter der beteiligten Institutionen ihre Ziele für mehr Sicherheit in und um Sportveranstaltungen bekräftigt.

Das heutige Treffen schloss an den letzten Runden Tisch vom 29. Januar 2007 an, an welchem die “Erklärung des Schweizer Sports zur Bekämpfung von Gewalt im und um den Sport” verabschiedet worden war. Diese Erklärung definierte die zu bearbeitenden Bereiche. Daraus hat die Sicherheitskommission von Swiss Olympic unter Beizug von weiteren Experten aus Sport und Sicherheit einen detaillierten Aktionsplan erarbeitet. Einige Massnahmen konnten sofort realisiert werden, die übrigen sollen kurz- bis mittelfristig folgen. Deren Planung und Umsetzung liegen in der Verantwortung der einzelnen Teilnehmerorganisationen. Die nächste periodische Überprüfung der Ergebnisse ist für Anfang Dezember 2007 geplant.

Marc-André Giger, CEO von Swiss Olympic betont: “Sicherheit an Sportveranstaltungen geht uns alle an. Mit dem Schulterschluss in diesem Projekt haben wir allen betroffenen Partner langfristig im Boot.”

Kernelemente
Die Erklärung schuf den Rahmen für die Präventionsarbeit der kommenden Jahre. Auch mit Blick auf die bevorstehende Euro08 sei der daraus resultierte Massnahmenplan ein wichtiger Meilenstein zur erfolgreichen Durchführung der Fussball-Europameisterschaft in unserem Land, sagte Bundesrat Schmid. Im Einzelnen standen folgende Bereiche im Zentrum der heutigen Diskussion:

Umsetzung BWIS I (Bundesgesetz über Massnahmen zur Wahrung der Inneren Sicherheit)
Die praktische Handhabung von BWIS I ist im Sportalltag eingespielt (Rayonverbot, Ausreisesperre, Meldepflicht und Polizeigewahrsam). Die Teilnehmer des heutigen Runden Tisches sind sich einig, dass nach Ablauf der Befristung Ende 2009 die unveränderte Weiterführung des im BWIS verankerten Massnahmenkonzepts mit einer klaren und dauerhaften Rechtsgrundlage gewährleistet werden muss.

Stadionverbot und Sicherheit
Der zurzeit laufende Probebetrieb von HOOGAN (Zentrale Hooligan-Datenbank) stimmt zuversichtlich. Ziel ist es, dass HOOGAN bis Ende Jahr 2007 mit allen Benutzern und Datensätzen in Betrieb ist. Die einheitliche Handhabung der Stadionverbote mit HOOGAN sowie die Sicherheitskonzepte für alle Fussball- und Hockeyclubs der Profiligen müssen weiter konkretisiert und standardisiert werden.

Aus- und Weiterbildung
Erfreut nahmen die Teilnehmer des Runden Tisches zu Kenntnis, dass Ausbildungsmodule zu “Gewalt- und Gewaltprävention” noch vermehrt Bestandteil der Aus- und Weiterbildung von Trainern und J+S-Leitern werden. Die Sportverbände haben Aus- und Weiterbildungskonzepte zur Thematik ,Respekt, Fairness und Prävention” entwickelt. Es braucht aber eine konkrete Verankerung der Thematik ,Gewaltprävention” bei den Verbänden.

Fanarbeit
Im Bereich der Fanarbeit muss auf verschiedenen Interaktionsradien gearbeitet werden - in der sozialpädagogischen, der polizeilichen und in der Verbands-Fanarbeit - um sowohl die organisierten (Vereine/Verbände) wie auch die nicht organisierten Fans zu erreichen. Ein erklärtes Ziel ist der Einbezug der Fans in den Dialog sowie die Mitwirkung von Multiplikatoren auf dem Spielfeld; so sind auch Spieler und Trainer gefordert in der Fanarbeit..

Deanonymisierung und Zutrittskontrollen
Gewalttätige Fans dürfen nicht anonym bleiben. Die Prüfung von biometrischen Gesichtserkennungsanlagen in Stadien ist ein wichtiger Schritt in diesem Bereich. Bei einem erfolgreichen Testlauf soll diese Massnahme umgesetzt werden. Die Deanonymisierung ist eine wichtige Voraussetzung für eine wirkungsvolle Durchsetzung der Stadionsverbote.

Alkoholmissbrauch
In Schweizer Stadien muss dem Alkoholmissbrauch wirksam vorgebeugt werden. Geprüft werden Massnahmen wie die konsequente Wegweisung stark Alkoholisierter, die Schaffung von Alternativen (Preispolitik, Leichtbier), die Verbesserung von Rahmenbedingungen (Jugendschutz, Verkaufs-Personalschulung) sowie bei Hochrisikospielen die temporäre Beschränkung des Alkoholausschanks.

Die Teilnehmer des Runden Tisches von Bund und Kantonen, Swiss Olympic sowie den Sportverbänden und Ligen haben sich dazu verpflichtet ihre Verantwortung wahrzunehmen und die definierten Massnahmen umzusetzen und zu kontrollieren.


publiziert von: Admin am 27.06.2007 um 13:51:01 Uhr
Sachthema | Diverses | Risiko-Fans | Akteure | Bundesamt für Sport | Eidgenössisches Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) | {if FALSE} (0) Trackbacks {/if} Permalink

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