{"id":4589,"date":"2026-01-16T11:12:59","date_gmt":"2026-01-16T10:12:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.skppsc.ch\/de\/?p=4589"},"modified":"2026-03-31T16:32:00","modified_gmt":"2026-03-31T14:32:00","slug":"wie-erreicht-die-polizei-seniorinnen-und-senioren-mit-ihrer-praeventionsarbeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.skppsc.ch\/de\/wie-erreicht-die-polizei-seniorinnen-und-senioren-mit-ihrer-praeventionsarbeit\/","title":{"rendered":"Wie erreicht die Polizei Seniorinnen und Senioren mit ihrer Pr\u00e4ventionsarbe..."},"content":{"rendered":"<html><body><div class=\"default-container content-part\"><div class=\"inner-padding\"><p class=\"post-excerpt\">Ob\u00a0es um\u00a0Betrugsmaschen am Telefon oder\u00a0einfach um\u00a0Unsicherheiten im \u00f6ffentlichen Raum\u00a0geht,\u00a0die polizeiliche Pr\u00e4ventionsarbeit richtet sich zunehmend auch an \u00e4ltere Menschen. Doch wie wirksam sind diese Angebote tats\u00e4chlich?<\/p>\n\n\n<p>Eine\u00a0aktuelle\u00a0<a href=\"https:\/\/catalog.institut-police.ch\/search\/notice?noticeNr=25896\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" title=\"\">Masterarbeit<\/a>\u200b (Uysal &amp; Aegerter, 2025)\u200b\u00a0geht dieser Frage\u00a0nach\u00a0und beleuchtet, welche Bed\u00fcrfnisse, Kommunikationsformen und Erwartungen Seniorinnen und Senioren im Kontakt mit der Polizei haben. Dabei steht nicht die Bewertung, sondern das Verst\u00e4ndnis im Vordergrund:\u00a0<em>Wie k\u00f6nnen Pr\u00e4ventionsstrategien so gestaltet werden, dass sie Wirkung entfalten, Vertrauen f\u00f6rdern und das Sicherheitsgef\u00fchl st\u00e4rken?<\/em>\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Die gewonnenen Erkenntnisse zeigen Wege auf, wie die Polizei ihre Pr\u00e4ventionsarbeit noch gezielter, ressourceneffizienter und n\u00e4her an den Lebensrealit\u00e4ten \u00e4lterer Menschen gestalten kann \u2013 und wie dadurch eine nachhaltige, bev\u00f6lkerungsnahe Polizeiarbeit weiter\u00a0gest\u00e4rkt\u00a0wird.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Zwischen demografischem Wandel und Pr\u00e4ventionsauftrag<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Die Schweizer Bev\u00f6lkerung altert\u00a0\u2013 ein demografischer Wandel, der auch die polizeiliche Pr\u00e4ventionsarbeit vor neue Aufgaben stellt.\u00a0Der demografische Wandel fordert nicht nur neue Inhalte, sondern auch neue Kommunikationsformen und Denkweisen in der Sicherheitspr\u00e4vention.\u00a0W\u00e4hrend sich die Pr\u00e4vention traditionell stark auf Jugendliche und j\u00fcngere Erwachsene konzentriert, r\u00fcckt zunehmend die Frage in den Fokus, ob die Bed\u00fcrfnisse der Generation 60+ ausreichend ber\u00fccksichtigt werden.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Die Masterarbeit, auf der dieser Beitrag basiert,\u00a0ging dieser Frage nach und untersuchte, wie effektiv und wirksam die polizeiliche Pr\u00e4ventionsarbeit in Bezug auf \u00e4ltere Menschen ist. Dabei wurde nicht nur analysiert, welche Massnahmen bestehen, sondern auch, wie diese Zielgruppe Pr\u00e4ventionsangebote wahrnimmt, welche Kommunikationsformen sie bevorzugt, inwiefern\u00a0Community Policing\u00a0eine f\u00f6rderliche Anwendung finden kann\u00a0und\u00a0welche Erwartungen\u00a0die Seniorinnen und Senioren\u00a0an die Polizei haben.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die Herangehensweise:\u00a0Forschende\u00a0im Dialog zwischen Polizei und Bev\u00f6lkerung<\/strong>\u00a0<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Untersuchung beruhte\u00a0auf einer Kombination aus theoretischer Analyse und empirischer Datenerhebung. Befragt wurden sowohl Seniorinnen und Senioren als auch Vertreterinnen und Vertreter polizeilicher Pr\u00e4ventionsstellen in der Deutschschweiz.\u00a0\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Diese doppelte Perspektive erm\u00f6glichte\u00a0es, die Einsch\u00e4tzungen beider Seiten zu vergleichen:\u00a0<br>Wie erleben \u00e4ltere Menschen die Pr\u00e4ventionsarbeit? Welche Kommunikationsformen sprechen sie an? Und wie sch\u00e4tzt die Polizei die Wirkung ihrer eigenen Massnahmen ein?\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p><em>Bemerkenswert: 97 % der befragten Seniorinnen und Senioren gaben an, der Polizei neutral bis grosses Vertrauen entgegenzubringen \u2013 zugleich w\u00fcnschten sich rund die H\u00e4lfte eine st\u00e4rkere sichtbare Pr\u00e4senz im Alltag.<\/em>\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Die Befunde zeigen, dass Pr\u00e4vention dann besonders wirksam ist, wenn sie auf Dialog und pers\u00f6nliche Begegnung setzt \u2013 zentrale Elemente des Community Policing.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Erkenntnisse: N\u00e4he, Vertrauen und Kommunikation als Schl\u00fcssel<\/strong>\u00a0<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Resultate der Studie zeigen deutlich: \u00c4ltere Menschen w\u00fcnschen sich eine direkte, pers\u00f6nliche Ansprache und bevorzugen traditionelle Kommunikationsformen. Informationsveranstaltungen, Printmedien oder pers\u00f6nliche Gespr\u00e4che werden\u00a0bevorzugt.\u00a0\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p><em>Rund 83 % der Befragten halten Pr\u00e4ventionsarbeit f\u00fcr wichtig oder sehr wichtig, doch nur etwa jede f\u00fcnfte Person bewertet sie als wirklich wirksam.<\/em>\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Digitale Kan\u00e4le spielen zwar zunehmend eine Rolle, erreichen die Zielgruppe derzeit aber nur begrenzt\u00a0\u2013\u00a0<em>trotzdem besitzen fast alle Befragten (98 %) ein Smartphone.<\/em>\u00a0F\u00fcr viele Seniorinnen und Senioren bleibt der pers\u00f6nliche Kontakt zur Polizei entscheidend \u2013 er vermittelt Vertrauen und st\u00e4rkt das Gef\u00fchl, ernst genommen zu werden.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Auch die befragten Polizeistellen erkennen die Bedeutung\u00a0des direkten\u00a0Dialogs, stehen jedoch vor der Herausforderung, mit begrenzten personellen und finanziellen Ressourcen m\u00f6glichst wirkungsvolle Massnahmen umzusetzen.\u00a0Ein zentrales Entwicklungsfeld ist daher die systematische Wirkungsmessung: Sie erm\u00f6glicht es, Pr\u00e4ventionsangebote gezielt anzupassen und die vorhandenen Mittel effizient einzusetzen.\u00a0Die Untersuchung weist\u00a0jedoch\u00a0darauf hin, dass systematische Evaluationsmethoden zur Messung der Wirksamkeit oft fehlen \u2013\u00a0<em>rund 40 % der Pr\u00e4ventionsstellen f\u00fchren keine formelle Wirkungsmessung durch<\/em>\u00a0\u2013\u00a0was\u00a0indes\u00a0eine gezielte Optimierung bestehender Massnahmen erschwert.\u00a0Obwohl die Polizei ein hohes Engagement zeigt, ihre Angebote kontinuierlich an die Bed\u00fcrfnisse \u00e4lterer Menschen anzupassen, stellt\u00a0sie\u00a0die Praxis gleichzeitig vor erhebliche Herausforderungen. So sind\u00a0Wirkungsmessungen zeit- und kostenintensiv\u00a0<em>und in der Befragung wurden\u00a0fehlende personelle Ressourcen\u00a0gefolgt von finanziellen Mitteln\u00a0am h\u00e4ufigsten, als zentrale H\u00fcrden der polizeilichen Pr\u00e4ventionsarbeit genannt.<\/em>\u00a0\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Es wird sichtbar,\u00a0dass Pr\u00e4vention\u00a0im Sinne des Community Policing\u00a0weit \u00fcber reine Kriminalit\u00e4tsverh\u00fctung hinausgeht: Sie tr\u00e4gt entscheidend dazu bei, das Sicherheitsgef\u00fchl \u00e4lterer Menschen zu st\u00e4rken und das Vertrauen in die Polizei zu festigen. Diese Aspekte bilden die Grundlage f\u00fcr eine nachhaltige, partnerschaftliche Pr\u00e4ventionskultur.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Blick nach vorn: Pr\u00e4vention als partnerschaftlicher Prozess<\/strong>\u00a0<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Handlungsempfehlungen der Studie zeigen Wege auf, wie die Polizei ihre Pr\u00e4ventionsstrategien k\u00fcnftig noch wirkungsorientierter gestalten kann \u2013 etwa durch\u00a0eine\u00a0verst\u00e4rkte\u00a0Zusammenarbeit\u00a0mit Seniorinnen- und Seniorenorganisationen,\u00a0durch gezielte Wirkungsmessung\u00a0sowie\u00a0durch die F\u00f6rderung\u00a0pers\u00f6nlicher\u00a0Kontaktaufnahmen.\u00a0Traditionelle Kommunikationskan\u00e4le\u00a0bleiben dabei zentral, w\u00e4hrend\u00a0digitale Formate schrittweise\u00a0ausgebaut und weiterentwickelt werden sollten\u00a0\u2013\u00a0insbesondere\u00a0dann, wenn sie\u00a0den direkten Dialog unterst\u00fctzen.\u00a0Pr\u00e4ventionsarbeit\u00a0ist\u00a0dabei nicht allein Aufgabe spezialisierter\u00a0Stellen: In der\u00a0gesamten Organisation\u00a0muss\u00a0ein\u00a0Bewusstsein daf\u00fcr vorhanden sein, welchen pr\u00e4ventiven Einfluss\u00a0sichtbare Pr\u00e4senz und proaktive Polizeiarbeit haben.\u00a0<strong>Effektive Pr\u00e4vention verbindet sichtbare Pr\u00e4senz mit\u00a0gezielter Kommunikation und ber\u00fccksichtigt sowohl objektive Sicherheitsdaten als\u00a0auch das subjektive Sicherheitsempfinden der\u00a0\u00e4lteren Bev\u00f6lkerung.<\/strong>\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Damit\u00a0findet\u00a0Pr\u00e4vention\u00a0in\u00a0einem\u00a0Dialog und\u00a0partnerschaftlichen Prozess\u00a0statt: Die Polizei bleibt eine wichtige Ansprech-\u00a0und Vertrauensinstanz, w\u00e4hrend die \u00e4ltere Bev\u00f6lkerung aktiv in die Gestaltung sicherheitsf\u00f6rdernder Massnahmen einbezogen wird.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Ein gemeinsamer Weg zu mehr Sicherheit<\/strong>\u00a0<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Untersuchung zeigt\u00a0weiter: Eine wirkungsvolle Pr\u00e4vention f\u00fcr \u00e4ltere Menschen erfordert keine v\u00f6llig neuen Konzepte, sondern vor allem N\u00e4he, Dialog und Kontinuit\u00e4t. Wenn Pr\u00e4ventionsarbeit gezielt\u00a0auf\u00a0die Lebenswelten der Generation 60+ eingeht, entsteht ein\u00a0klarer\u00a0Mehrwert \u2013 f\u00fcr die Polizei ebenso wie f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">\u200b\u200b<strong>Literaturverzeichnis<\/strong>\u00a0<\/h4>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/catalog.institut-police.ch\/search\/notice?noticeNr=25896\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" title=\"\">\u200b\u200bUysal, A., &amp; Aegerter, O. R. (2025).\u00a0<em>Effiziente und wirkungsorientierte Pr\u00e4ventionsarbeit f\u00fcr die \u00e4ltere Bev\u00f6lkerungsgruppe. Kontakt- und kommunikationsorientierte Initiativen zur Erreichung und Sensibilisierung von Seniorinnen und Senioren durch die Polizei.<\/em>\u00a0Hochschule f\u00fcr Wirtschaft (FHNW), Nonprofit- und Public Management, Freienstein &amp; Solothurn.\u00a0<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n<\/div><\/div><\/body><\/html>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ob\u00a0es um\u00a0Betrugsmaschen am Telefon oder\u00a0einfach um\u00a0Unsicherheiten im \u00f6ffentlichen Raum\u00a0geht,\u00a0die polizeiliche Pr\u00e4ventionsarbeit richtet sich zunehmend auch an \u00e4ltere Menschen. 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